Ölpreise steigen, über Förderkürzungen wird aber gerade erst verhandelt

Man fragt sich manchmal, ob bestimmte Vorurteile in der Welt sind, weil es die Welt für das eigene Denken so schön bequem macht, oder ob sie in der Welt sind, weil man vielen von uns schon von Kindesbeinen an eingebläut hat, bloß nichts zu sagen, was im Gegensatz zu dem steht, was irgendwelche „geistigen Autoritäten“ uns permanent vorkauen – und am Ende vor die Füße spucken.

Immer wieder schreiben mir Leser, sie könnten nicht glauben, was ich zu den Preisen von Rohstoffen sage, dass sie nämlich über weite Strecken nichts mit physischem Angebot und physischer Nachfrage zu tun haben. Es ist offenbar unglaublich schwer – selbst für Laien (von sogenannten Experten, die Mikroökonomie an der Universität gelernt haben, erst gar nicht zu sprechen) – sich von dem Vorurteil zu lösen, das man uns von Kindesbeinen eingebläut hat, nämlich dass der Kartoffelpreis sinkt, wenn es eine gute Ernte gibt. Nachgerade nichts kann uns davon abhalten, diese Lehre auf alles und jedes zu übertragen, was wir (scheinbar) vor uns sehen.

Nehmen wir dazu ein Beispiel von heute: Im Handelsblatt steht als Unterüberschrift folgendes: „In Doha treffen sich heute die Öl-Förderländer Saudi-Arabien, Russland, Katar und Venezuela. Dabei könnte es um Förderkürzungen gehen, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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