Archiv flassbeck-economics | 21.03.2016 (editiert am 25.05.2016)

Bravo! Zwei IWF-Ökonomen sagen, wie wir überfällige Lohnerhöhungen durchsetzen

Mit einer Anmerkung von Heiner Flassbeck

Endlich! Zwei Ökonomen des IWF haben begriffen, dass der Weg zum Wirtschaftswachstum letztlich über Lohnerhöhungen führt. Ihr 4-Punkte-Programm ist nicht nur für Japan wegweisend.

Alle reden von Helikoptergeld. Die beiden IMF Ökonomen Luc Everaert und Giovanni Ganelli haben eine viel bessere Idee. In ihrem Paper unter dem Titel „Japan: Time to Load a Fourth Arrow-Wage Increases“ kommen sie gleich zum Kern des Problems: die stagnierenden Löhne. Seit 1995 sind die Löhne für Vollzeitstellen in Japan nur gerade mal um 0,55 Prozent gestiegen! Um diesem Missstand abzuhelfen, schlagen sie vier konkrete Massnahmen vor:

  1. Profitable Unternehmen sollen entweder die Löhne jedes Jahr um mindestens 2 Prozent plus nationale Rate der Produktivitätssteigerung erhöhen. Oder sie müssen erklären, warum sie nicht tun und ihre Lohnpolitik offenlegen. Dieser Offenlegungspflicht lehnt sich an entsprechende Regelungen im Deutschen Corporate Governance Kodex an. Stichwort: Comply or Explain.
  2. Die Regierung soll Massnahmen ergreifen, um Lohnerhöhungen steuerlich zu begünstigen.
  3. Firmen, die steigende Profite nicht an die Arbeitnehmer weiter geben sollten mit Strafsteuern belebt werden.
  4. Der Staat muss mit Lohnerhöhungen voran gehen.

Die Regierung von Shinzo Abe hatte bisher erfolglos versucht, [...]

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