Die Anschläge von Brüssel und die reflexartigen Fehler der Politik

Reflexartig reagiert unsere Politik auf Anschläge wie die gestrigen in Brüssel – und sie reagiert reflexartig falsch. Wir müssen zusammenstehen und den Terrorismus endgültig besiegen, verkünden die Politiker in gebetsmühlenartiger Manier.

Wie schon nach Paris würden sie am liebsten wieder sofort einen Krieg erklären, aber es wäre wiederum ein Krieg gegen einen Gegner, den es nicht gibt. Den Terrorismus, der hier erneut zu Tage tritt, den kann man nicht mit Polizei und Militär bekämpfen, weil seine Ziele beliebig sind und seine Quellen werden ohne eine radikal andere Politik des Westens niemals versiegen.

Ich habe es schon nach den Anschlägen von Paris gesagt und es gilt noch immer: Der Staat kann seine Bürger vor solchen Anschlägen nicht schützen. Er kann nicht jeden Menschen, der vor seine Haustür tritt, daraufhin überprüfen, ob er Waffen oder Sprengstoff bei sich trägt. Und wenn er es mit all denen tut, die pauschal als verdächtig gelten, kreiert er unmittelbar neuen Terrorismus.

Auch die wichtigsten Quellen der Wut und des Hasses bleiben in unserer Hand. Wie viele traumatisierte junge Menschen mögen der Dreck, der Schlamm und die offenkundige Verachtung des Westens für die Not von tausenden von Menschen vor dem Zaun in Idomeni, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden