Archiv flassbeck-economics | 14.03.2016 (editiert am 25.05.2016)

Die Draghi-Null und Schäubles schwarze Null – warum die deutschen Medien sich die Finger wundschreiben, aber nicht wissen wozu?

Die deutschen „Leitmedien“ sind fassungslos. Aber sie sind nicht nur fassungslos, sie sind auch gedankenlos. Ja, man kann es nur so sagen: Sie sind vollkommen hilflos.

Schaute man sich nur das Titelbild des Handelsblatts vom vergangenen Freitag an, müsste man zu dem Ergebnis kommen, dass etwas absolut Spektakuläres passiert ist. Auf dem Titelblatt zündet sich Mario Draghi mit einem Hundert-Euroschein eine Zigarre an. Welch ein Schock! Liest man aber ein wenig in der Zeitung, ist plötzlich alles ganz unspektakulär. Auf gefühlten zehn Seiten quält man sich durch diverse Kommentare, die alle vor großen Risiken warnen, die sie aber auch nicht genau spezifizieren können. Immer wieder beschwört man das japanische Beispiel, ohne zu erklären, warum es überhaupt ein Beispiel für Europa ist. Otmar Issing und Jürgen Stark kommen natürlich zu Wort, die Väter der europäischen Katastrophe, und dürfen zum hundertsten Mal beschwören, dass die EZB den Pfad der Tugend verlassen hat. Doch auch hier sagt niemand, was eigentlich falsch ist und vor allem, was die Alternative zur Politik der EZB ist.

In der FAZ das gleiche Bild. Dort trifft man auf Herausgeber Holger Steltzner at his best. Düster ist seiner Worte Sinn, nur leider sind sie ohne Sinn. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden