Archiv flassbeck-economics | 15.03.2016 (editiert am 25.05.2016)

Eine glatte Fehlinformation vom Statistischen Bundesamt zum Konsum

Einige unserer Leser sind irritiert und fragen, ob sie etwas verpasst haben oder ob wir etwas nicht berichtet haben. Heute schreiben die Zeitungen (hier die FAZ) nämlich ganz euphorisch von einem uralten Hut, weil er gerade als neuer Hut vom Statistischen Bundesamt verkauft wird. Dass die deutschen Konsumausgaben im vergangenen Jahr gestiegen sind, wird niemand bestreiten und es war ungefähr seit acht Monaten klar (und wir sagen es etwas seit dieser Zeit), dass es so kommen würde.

Dieser alte Hut wird vom Statistischen Bundesamt aber, und das ist schon eine tolldreiste Entgleisung, mit einer glatten Fehlinformation (oder soll man Lüge dazu sagen?), verkauft (hier).

Das Amt, dessen Aufgabe die wertneutrale Information über empirische Abläufe ist, schreibt im Begleittext auf seiner Pressemitteilung: „Wesentliche Gründe für diesen deutlichen Anstieg liegen in der positiven Konsumneigung der privaten Haushalte sowie in der geringen Zunahme der Verbraucherpreise (2015: + 0,3 %)“. „Die positive Konsumneigung“ aber, die eine positive Veränderung des Konsums erklären könnte, gibt es nicht. Positive Konsumneigung kann in diesem Zusammenhang ja nur heißen, dass die privaten Haushalte deswegen mehr konsumiert haben, weil die Sparquote gesunken ist. Das aber ist nach allem, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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