Archiv flassbeck-economics | 18.03.2016 (editiert am 25.05.2016)

Höchste Vorsicht ist geboten: Die herrschende Lehre beklagt die Ungleichheit!

In Reaktion auf mein kurzes Stück zur Ungleichheit von gestern hat mir ein Leser (danke dafür!) den Leitartikel aus dem Spiegel dieser Woche zugeschickt. Der beschäftigt sich, welch Wunder, ebenfalls mit der Ungleichheit – ich hatte ja schon vermutet, dass die Chefredakteure telefoniert haben. Auch in dem Artikel kommt Marcel Fratzscher ausführlich zu Wort. Im übrigen bestätigt der Artikel exakt das, was ich vermutet hatte.

Die ganze Argumentation läuft nach dem Motto: Nachdem die von der Politik gewollte und unglaublich „erfolgreiche“ Ungleichheit Millionen Jobs geschaffen hat, müssen wir jetzt dem Volk ganz schnell dicke weiße Salbe auf die Wunde schmieren, damit es die Klappe hält. Wörtlich heißt es im Spiegel: „Die Hartz-Reformen waren richtig, um Millionen Arbeitslose in Jobs zu bringen. Nun sollte es darum gehen, möglichst viele prekäre Minijobs und frag- würdige Werkverträge wieder in reguläre Beschäftigungsverhältnisse zu verwandeln, mit Verdiensten jenseits des Mindestlohns.“

Dann kommt genau die Argumentation, die man üblicherweise benutzt, um dem dummen Volk Sand in die Augen zu streuen. Im Spiegel heißt es: „Weil Reiche einen größeren Anteil ihres Einkommens auf die hohe Kante legen, kann die Wirtschaft aus der Balance geraten, wenn sich die Einkommen allzu sehr auf die oberen Schichten konzentrieren. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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