Archiv flassbeck-economics | 04.03.2016 (editiert am 08.06.2016)

Professor Baltensperger kriecht zu Kreuze – Absage an den Mindestkurs des Schweizer Franken

In einem neuen Interview mit der NZZ hat Ernst Baltensperger, der akademische Ziehvater von SNB-Präsident Thomas Jordan, seine Meinung zum Mindestkurs der offiziellen Linie angepasst.

Am 11. Januar 2015, vier Tage vor dem Ende des Mindestkurses – veröffentlichte die NZZ am Sonntag ein Interview mit Professor Ernst Baltensperger, „dem einflussreichen Vordenker in der Geldpolitik“. Darin unterbreite dieser seinem ehemaligen Assistenten, Thomas Jordan, folgenden Vorschlag: „Ich stelle mir nicht eine Abschaffung des Mindestkurses vor. Eine Senkung des Mindestkurses auf beispielsweise Fr. 1.10 erachte ich auch nicht als sinnvoll. Aber man könnte den jetzigen Mindestkurs durch eine Untergrenze für einen Währungskorb ersetzen, der beispielsweise je zur Hälfte aus Dollar und Euro besteht. Das würde die Möglichkeit schaffen, dass der Franken gegenüber dem Euro in einem bestimmten Mass aufwertet. Aber nur so viel, wie der Dollar sich gegenüber dem Franken aufwertet.“

Auf die Frage, wie man sich das konkret vorstellen könnte, meinte Baltensperger: „Eine Möglichkeit wäre, von den jetzigen Kursverhältnissen auszugehen.“ Damals lagen sowohl der Franken- als auch der Dollarkurs des Euro bei je etwa 1.20. Seither hat sich der Euro gegenüber dem Dollar auf rund 1.08 Euro verbilligt. Wäre Baltenspergers Vorschlag umgesetzt worden, hätte sich der Franken in kleinen Schritten von 1.20 auf etwa 1.14 Euro verteuert. [...]

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