Archiv flassbeck-economics | 16.03.2016 (editiert am 25.05.2016)

Wozu brauchen Banken Kundeneinlagen?

Wir erhalten immer wieder Fragen zu den Kundeneinlagen der Banken (Sichteinlagen auf Girokonten, Spareinlagen etc.). Wenn die Banken doch – wie von uns immer wieder behauptet – keine reinen Finanzintermediäre seien, die bei der Kreditvergabe Bankeinlagen weiterreichten, sondern vielmehr Geld „aus dem Nichts“ schaffen könnten, warum sind sie dann überhaupt an Einlagen interessiert? Ist da nicht die übliche Vorstellung viel plausibler, dass Banken die Ersparnisse privater Haushalte oder Unternehmen einsammeln und als Kredite an andere Unternehmen oder Haushalte vergeben, die in einem bestimmten Zeitraum mehr ausgeben wollen, als sie einnehmen?

Wie funktionieren Banken?

Intuitiv mag die herkömmliche Vorstellung der Bankentätigkeit einleuchtender sein, allerdings nur auf den ersten Blick. Denn letztendlich wäre – wenn sie denn stimmte – die Kreditvergabe der Banken von der Bereitschaft des Publikums abhängig, ihnen Ersparnisse bereitzustellen. Je mehr in einer Volkswirtschaft gespart, d.h. Geld auf den Bankkonten belassen würde, desto mehr Kredite könnten die Banken gewähren, z.B. an Unternehmen zur Finanzierung von Investitionen. Die Sache hat nur einen Haken: Das Sparen erhöht nämlich nicht aus sich heraus die Bankeinlagen bzw. die (in dieser Sichtweise) den Banken für die Kreditvergabe zur Verfügung stehenden Geldmittel. Denn wenn sich z.B. die privaten Haushalte insgesamt dazu entschließen, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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