Zur Mobilität innerhalb Europas und der Wirtschaftspolitik in einer Währungsunion

Martin Höpner hat am Dienstag dazu aufgefordert, die Frage der Mobilität in Europa differenziert zu sehen. Das ist sicher notwendig. Dazu gehört aber auch, die Frage der Mobilität nicht unabhängig von der Frage der Beschäftigungssituation im Herkunftsland (Heimatland) und im Bestimmungsland (Zielland) zu sehen. Denn die Frage, ob eine Person ihre Heimat verlässt und sich in ein anderes Land begibt, hängt vorwiegend von zwei Faktoren ab: Dem absolut zu erzielenden Einkommen (im Vergleich zum Heimatland) und der Wahrscheinlichkeit, mit der man dieses Einkommen erzielen kann, also einen Arbeitsplatz bekommt (im Vergleich zum Heimatland).

Entscheidend ist also, wie sich die Arbeitsmarktsituation in den beiden betroffenen Ländern (dem Abwanderungs- und dem Zuwanderungsland) darstellt und wie die Zuwandernden entlohnt werden (im Verhältnis zum Lohn im Heimatland). Schematisch kann man das leicht darstellen, wenn man zwischen Niedriglohnland und Hochland unterscheidet sowie der Frage, ob und wo Vollbeschäftigung herrscht oder eben Arbeitslosigkeit.

Herrscht, um in Martin Höpners Fall zu bleiben, in Dänemark Vollbeschäftigung und werden die neuen zuwandernden Arbeitskräfte genau so entlohnt wie die alten (also gerade kein Herkunftslandprinzip, wie man das in Brüssel eine Weile lang ernsthaft erwogen hatte), gibt es kein Problem. Denn wer als ausländische Arbeitskraft arbeitet, trägt zum Sozialprodukt bei, [...]

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