Archiv flassbeck-economics | 10.03.2016 (editiert am 08.06.2016)

Zypern schafft die Wende

Ob es die Wahrheit gibt, wissen wir nicht so genau. Dass es Lügen gibt, würde wohl niemand bestreiten, auch wenn es schwer ist, es zu beweisen, wenn man die Wahrheit nicht genau kennt. Dass man die beobachtbaren Dinge so lange verdrehen kann bis sie nur noch eine Lüge tarnen, hat gerade Spiegel-Online in einem Artikel über Zypern bewiesen.

In dem Artikel wird unmittelbar nicht Falsches gesagt. Man kann ihm sogar zugute halten, einige richtige Dinge zu sagen. Auch fehlt es nicht an Skepsis und vorsichtigen Formulierungen. Es wird zugestanden, dass die Geldgeber (also die Troika) Griechenland härtere Bedingungen gestellt haben als Zypern. Man verwendet Zitate eines zypriotischen Nobelpreisträgers für Wirtschaft, die durchaus Problembewusstsein zeigen. Und doch ist die ganze Geschichte unwahr, weil sie dem Leser suggeriert, dass Zypern, das gerade den europäischen Rettungsschirm verlässt, etwas geschafft hat, was Griechenland nicht geschafft hat. Und man suggeriert wieder einmal, das ist das Schlimmste, das es am Ende doch die Griechen selbst seien, die an ihrer Misere schuld sind. Das aber ist im Kern eine Lüge.

Gestern hat Costas Lapavitsas dargestellt, was in Griechenland passiert ist und aktuell passiert. Wir haben dazu eine Graphik gebracht, die zeigt, wie tief der Einbruch war. [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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