Die Bundesregierung kämpft gegen die Schwerkraft

Ein Gastbeitrag von Erik Jochem

Die Konjunkturäpfel fallen tonnenweise von den Bäumen, die Bundesregierung aber bestreitet jeden Zusammenhang mit der Schwerkraft.

So und nicht anders muss man das aktuelle Verhalten der Bundesregierung in ihrem angeblichen Kampf für die Interessen der deutschen Sparer und Privatvorsorger gegenüber der EZB und Mario Draghi beschreiben.

Weil die Bundesregierung über das Gesetz der Schwerkraft ihrer eigenen Politik nicht sprechen möchte (oder – noch schlimmer – das Gesetz der Schwerkraft nicht einmal kennt) stürzt sie sich auf Mario Draghis vollkommen harmlose Antwort auf die Frage eines Journalisten in einer Pressekonferenz, wonach Helikoptergeld ein „interessantes Konzept“ sei, um das Bild eines EURO-Kulturkampfes an die Wand zu malen.

Mario Draghi weist auf das Gesetz der Schwerkraft hin, dass es ohne Binnennachfrage keine wirtschaftliche Erholung in Europa geben wird. Da die für die Binnennachfrage in Europa maßgeblich zuständige Bundesregierung jede aktive Maßnahme zur Konjunkturbelebung ablehnt, bleibt Helikoptergeld tatsächlich die einzige denkbare Alternative, was noch längst nicht bedeutet, dass die EZB derartiges ernsthaft beabsichtigt.

Dass die Bundesregierung – in kaum fassbarer politischer Leichtfertigkeit – lieber einen Angriff auf die Legitimität der EZB inszeniert, als über die eigene Position nachzudenken, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

Anmelden