Archiv flassbeck-economics | 14.04.2016 (editiert am 25.05.2016)

Geld als öffentliches Gut

Ein Gastbeitrag von Ernst Stiller

Das Konzept des öffentlichen Gutes ist den meisten Ökonomen bekannt. Auch orthodoxe Ökonomen haben zumindest in ihrem Studium davon gehört. In diesem Artikel wird gezeigt, dass auch Geld ein öffentliches Gut ist. Da die grundlegende Idee des öffentlichen Gutes und seine politischen Implikationen nicht von der Hand zu weisen sind, eignet es sich als Diskussionsrahmen für finanzpolitische Themen – für Themen die sonst typischerweise nicht auf der Agenda der Neoklassik stehen.

Das Konzept des öffentlichen Gutes wird durch sogenannte Nicht-Rivalität und Nicht-Ausschließbarkeit definiert: Nicht-Ausschließbarkeit bedeutet, dass keine Person von der „Nutzung“ des Gutes ausgeschlossen werden kann. Nicht-Rivalität bedeutet, dass die Nutzung des Gutes durch eine Person nicht ausschließt, dass eine andere Person das Gut ebenfalls benutzen kann.

„Saubere Luft“ ist beispielsweise ein öffentliches Gut, da sie zu einem gewissen Grad immer von allen konsumiert wird. Infolge des Nutzens der sauberen Luft durch eine Person werden andere Personen nicht daran gehindert, dies auch zu tun (Nicht-Rivalität). Bei einem Auto ist dies anders, da es immer nur von einer Person gefahren werden kann. Auf der anderen Seite ist es schwer, dem Gut „saubere Luft“ einen Besitzer zuzuweisen bzw. Eigentumsrechte durchzusetzen. Von der Sauberkeit der Luft sind immer alle Personen betroffen (Nicht-Ausschließbarkeit). [...]

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