Archiv | 05.04.2016 (editiert am 22.02.2018)

Italien: Wie man eine kranke Demokratie reformiert – 1

Neulich waren auf flassbeck-economics zwei interessante Artikel von Martin Rothweiler über Italien zu lesen: „Italien: Sterben für den Euro“. Im ersten Teil (siehe hier) wird gut erklärt, wie dramatisch die ökonomische Lage Italiens im Euroraum geworden ist. Dem Autor gelingt auch sehr gut und mit wenigen Worten, die Dimension des Unmuts im Lande zu vermitteln. Es wird ebenfalls klar, welche erratischen Kräfte auf politischer Ebene sich in Bewegung gesetzt haben und sich noch mehr setzen könnten. Aber so gut und informativ der erste Teil ist, so irreführend ist in meinen Augen der zweite (siehe hier). Dort wird nämlich ein Bild von Italien gezeichnet, das die wahren Verhältnisse verzerrt. Doch diese Verzerrung gibt genau das wieder, was man auch aus den Federn von unzähligen italienischen Journalisten und Politikern erfahren kann.

Täglich sind in Italien im linken Lager Wehklagen zu hören, die an Selbstzerfleischung grenzen. Das Land sei nun in die Hände eines Hasardeurs namens Renzi gefallen. Er sei dabei, das Programm des sozialdemokratischen Lagers durch eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik à la Schröder umzugestalten. Er täusche die Italiener über den reellen Zustand der Wirtschaft des Landes. Der gefährliche Versuch, die „beste Verfassung der Welt“ zu verunstalten und die Demokratie zu beschränken, [...]

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