Archiv flassbeck-economics | 25.04.2016 (editiert am 25.05.2016)

Löhne und Preise in Deutschland

Oder warum Europa der Deflation auch in zwanzig Jahren nicht entkommen kann – Teil 1

Ich will mich in dieser Woche, die dem ersten Mai vorausgeht, ausführlich mit der Lohnpolitik auseinandersetzen. Die Verwirrung ist hier komplett, was sich vor allem daran zeigt, dass selbst ein von den Gewerkschaften getragenes Institut, das IMK, den Überblick verloren hat und offenbar die Deflation festschreiben will.

Vor vielen Jahren schon haben wir gerätselt, wie es sein kann, dass ein hoch entwickeltes Land wie Japan sich 25 Jahre lang nicht aus der Deflationsfalle und einer gravierenden Wachstumsschwäche befreien konnte. Nun wissen wir es. Ein Leser schickt mir ein Zitat aus der SZ (danke dafür!), das indirekt die japanische Misere am aktuellen deutschen Beispiel erklärt.

Detlef Esslinger schrieb dort zur neuen Tarifrunde am 14.4.: „Die Bundesbank senkte aber neulich ihre Prognose auf 0,25% (Inflationsprognose). … Auch Arbeitgeber räumen ein, dass die Lage für Gewerkschafter psychologisch schwierig sei: wem gelinge es schon, seiner Klientel klarzumachen, dass eine einprozentige Erhöhung mehr wert ist als eine als eine um 2,5% vor vier Jahren. Damals betrug die Inflation zwei Prozent“.

Eine einprozentige Erhöhung heute ist mehr wert als eine 2 ½ prozentige zu einer Zeit, [...]

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