Archiv flassbeck-economics | 20.04.2016 (editiert am 25.05.2016)

Soziologen-Deutschland und ein grandioses Missverständnis

Es gibt Dinge, die kann man einfach nicht glauben, bevor man sie mit eigenen Augen gesehen hat. So geht es mir mit einem Stück des Soziologen Heinz Bude, das mir gleich mehrere Leser zugeschickt haben. Professor Bude vertritt in der FAZ die starke These, es sei die deutsche „Hyperarbeitsgesellschaft“, die für die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse verantwortlich sei, nicht Hartz IV oder die deutsche Lohnzurückhaltung.

Das ist eine ähnliche These, wie sie schon vor einiger Zeit von einer Münchner Ökonomin vertreten wurde (hier unsere Kritik daran) – und sie ist mindestens genauso absurd. Der Soziologe Bude macht sich aber im Vergleich zu seiner Münchner Kollegin nicht einmal die Mühe, die Fakten anzuschauen. Was es bedeutet, dass ausgerechnet der Herr Professor Bude von der SPD zu einem Ungleichheitskongress Anfang Mai eingeladen ist, darüber mag man rätseln. Haben sie insgeheim doch ein schlechtes Gewissen und suchen Exkulpation?

Der Artikel dieses Professors ist ein schönes Beispiel dafür, wie man ohne jede Empirie und ohne jede Logik die steilsten Thesen in die Welt setzen kann, ohne dass die Mehrheit der Ökonomen auch nur auf die Idee kommt, dem sofort Empirie und Logik entgegenzustellen. Auch hier stimmt ja die Richtung und damit ist alles gut. [...]

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