Archiv flassbeck-economics | 13.05.2016 (editiert am 25.05.2016)

Braucht man „neoliberale Reformen, um ein Land voranzubringen“?

Die Debatte um den wirtschaftspolitischen Kurs von Ländern wie Brasilien, Kroatien und Griechenland illustriert das Versagen der Ökonomen besonders anschaulich.

Vorgestern Nacht habe ich auf einer Autofahrt eine interessante Sendung über Brasilien im Deutschlandfunk gehört. Da ging es natürlich um das Amtsenthebungsverfahren gegen die Präsidentin Rousseff. Gestern hat es einen Beschluss des Senats dazu gegeben, nach dem die Präsidentin für 180 Tage suspendiert wird, bevor das förmliche Amtsenthebungsverfahren beginnt. Wir haben dieses fragwürdige Verfahren schon hier kommentiert. Zu Ende dieser Sendung wurde der Vertreter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Brasilien, Thomas Manz, zu den Vorgängen befragt (hier zu finden). In der letzten Frage der Journalistin (Christiane Kaess) kommt sehr klar zum Ausdruck, was man üblicherweise (wenn man keine Ahnung von den relevanten Zusammenhängen hat) in solchen Fällen denkt.

Hier die Frage und die Antwort

„Kaess: Herr Manz, jetzt sehen wir diese politische Lähmung anstatt der Bekämpfung der Rezession, die offenbar notwendig wäre. Welche Reformen bräuchte denn das Land dringend und ist vielleicht Vizepräsident Temer, der diesen neoliberalen Kurs fahren will, wie wir das gerade von unserem Korrespondenten gehört haben, wäre der vielleicht dann doch der richtige beziehungsweise der Kurs der richtige, [...]

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