Archiv flassbeck-economics | 06.05.2016 (editiert am 25.05.2016)

Professor Sinns Outing in der taz

Wie wichtig Interviews sein könnten, wenn es denn genügend gut geführte Interviews gäbe, haben vergangene Woche Ulrike Herrmann und Malte Kreutzfeld von der taz bewiesen (hier). Sie haben Professor Hans-Werner Sinn auf eine Art und Weise befragt, die auch dem Leser, der nicht vom Fach ist, klar machte: Hier weiß einer in vielen Punkten einfach nicht mehr weiter, weil seine Argumentation widersprüchlich und unfundiert ist. Kompliment an die taz-Journalisten!

Die Reaktion unserer Leser war entsprechend: Ein „kurioses Interview“ war der Tenor und wir sollten es doch noch einmal unter die Lupe nehmen. Ich will mich auf den zentralen Punkt konzentrieren, an dem Professor Sinn die „Reformen“ von Rot-Grün verteidigt und sofort selbst den methodischen Fehler macht, den er den Interviewern vorwirft.

Er beweist damit, dass er das Wichtigste, um dass es bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung der „Reformen“ Anfang der 2000er Jahre geht, nicht verstanden hat oder nicht verstehen will: Nämlich dass man die Effekte der Lohnzurückhaltung auf die Binnenwirtschaft einerseits und die Außenwirtschaft andererseits trennen muss, um erklären zu können, was geschehen ist – und, noch viel wichtiger, verstehen zu können, dass die von ihm vertretene neoklassische Arbeitsmarkttheorie falsch ist.

Auf die Frage, [...]

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