Wolkenkratzer in Frankfurt
Finanzsystem | 27.05.2016 (editiert am 01.06.2016)

Deutsche Bank: Eine Parallelgesellschaft

Die Deutsche Bank sorgt mit dem höchsten Verlust ihrer Geschichte für Schlagzeilen. Folge auch eines zutiefst maroden Managementsystem.

Während die Deutsche Bank einen historischen Verlust bekannt gibt (6,772 Milliarden Euro) und sich der Aktienkurs innerhalb eines Jahres halbiert, gibt sie gleichzeitig bekannt, dass Schulden im Wert von mehr als vier Milliarden Euro vorzeitig zurückgekauft werden sollen. Derweil setzt die Ratingagentur Standards & Poors die Deutsche Bank auf B+, in Anlegersprache eine “hochspekulative Anlage”.

Vor dem Landgericht Frankfurt hat Mitte Februar ein Prozess wegen “schwerer bandenmäßiger Steuerhinterziehung” gegen einen Manager (Teamleiter) und 6 Beschäftige (ehemalige und derzeitige Mitarbeiter) der Deutschen Bank begonnen. Gegenstand des Prozesses ist ein Umsatzsteuer-Karussell beim Emissionshandel. Bereits in einem früheren Prozess in Frankfurt in derselben Sache hatte einer der Angeklagten schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank erhoben.

Was ist los mit der Deutschen Bank? Geht es nur darum, dass der neue CEO John Cryan alle Risiken ausgräbt und alle Leichen aus dem Keller holt? Oder ist das Geschäftsmodell der Bank im Gegensatz zum Geschäftsmodell der Commerzbank nicht mehr zeitgemäß, nicht mehr wettbewerbsfähig? Welche Managementkultur und welche Ethik hat das Handeln der Verantwortlichen bestimmt?

Unglaubliches Geschäftsgebaren

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