Archiv flassbeck-economics | 02.05.2016 (editiert am 25.05.2016)

Warum mit Kapitalexporten die Eurokrise nicht erklärt werden kann

Ich habe am Wochenende in Berlin anlässlich einer Veranstaltung einer sich gegenwärtig konstituierenden euroskeptischen Initiative von Menschen aus dem linken politischen Spektrum an einer Diskussion über die Ursachen der Eurokrise teilgenommen. Die These, dass Kapitalexporte zumindest ein gewichtiger Faktor zur Erklärung von Leistungsbilanzdefiziten sind, fand dort große Zustimmung.

Diese These liest sich bei einigen marxistisch argumentierenden Autoren, so z.B. bei Frédéric Heine und Thomas Sablowski, wie folgt:

Der „Zustrom von Kapital ist bestimmend für den Importsog und die damit verbundenen Leistungsbilanzdefizite in den Krisenländern“ (hier).

Wir haben uns auf flassbeck-economics mit dieser Auffassung, die prominent von Hans-Werner Sinn vertreten wird und daher als „Sinn-These“ bezeichnet werden soll, schon mehrmals kritisch auseinandergesetzt (z.B. hier und hier). Mehr noch, Heiner Flassbeck und ich haben argumentiert, dass die Sinn-These schlicht falsch ist.

Uneingeschränkt zuzustimmen ist zunächst Heines und Sablowskis Behauptung, dass die Krisendiagnose von zentraler Bedeutung für die Formulierung einer tragfähigen politischen Strategie zur Überwindung der wirtschaftlichen und sozialen Malaise im Euroraum ist. Ob die Sinn-These also richtig oder falsch ist, hat immense Bedeutung für die politische Praxis. [...]

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