Archiv flassbeck-economics | 10.05.2016 (editiert am 25.05.2016)

Wolfgang Streeck und der Untergang des Euros

Im heutigen Finanzsystem sei eine keynesianische Wirtschaftspolitik nicht mehr möglich, glaubt der Soziologe Wolfgang Streeck. Doch wäre der von ihm präferierte Euro-Austritt überhaupt eine Lösung?

Wolfgang Streeck hat einem spanischen Online-Magazin ein Interview zum Euro gegeben (hier). Er spricht sich für ein Ende des Euros aus („Hay que acabar con el euro“), denn dieser wäre ein Desaster. Die Länder der Peripherie wären immer schlechter dran, während es Deutschland immer besser ginge. Umverteilungsmechanismen seien in Europa nicht vorgesehen, und die Hoffnung auf deutsche Einsicht sollte man aufgeben. Während diese Analyse bei den Ökonomen tabu ist, kann Wolfang Streeck hier als Soziologe das aussprechen, was eigentlich fast alle europäischen Ökonomen denken: der Euro war bzw. ist ein Fehler. Die Deutschen sind genervt von den Schuldenproblemen der anderen Staaten sowohl bei den Banken wie auch bei den Regierungen, und die restlichen Europäer sind genervt von der Sparpolitik und der durch sie mitverursachten Massenarbeitslosigkeit. Mario Draghi und die EZB scheinen momentan die einzigen zu sein, denen am Fortbestand des Euros etwas gelegen ist. So jedenfalls interpretiere ich die Forderung nach expansiverer Fiskalpolitik, welche seit Monaten aus dieser Richtungen kommen.

Will Streeck also eine Rückkehr zu souveränen Währungen und keynesianischer Wirtschaftspolitik als Alternative zum Euro-Korsett, [...]

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