Spanische Flagge vor Euro-Scheinen
Eurozone | 10.06.2016 (editiert am 16.06.2016)

Der Euro, der Lohn und das Kapital

Wer die Auseinandersetzung zwischen Norbert Häring und einigen Autoren von Makroskop verfolgt hat, fragt sich vielleicht: Wer hat denn nun Recht, oder sogar, um was geht es hier eigentlich? Ein Klärungsversuch.

Außer Frage steht, dass in vielen Ländern der Eurozone die wirtschaftliche und soziale Lage äußerst prekär ist. Niemand bestreitet auch, dass nicht eine, sondern viele Ursachen diesen Zustand erklären. Unbestreitbar ist  auch, wie sich unschwer der folgenden Graphik entnehmen lässt,  dass die Leistungsbilanzsalden der Euroländer sich bis zur großen Finanzkrise 2007/2008 auffällig auseinander entwickelten.


Leistungsbilanzen Steinhardt


Inhaltlich geht es bei der Auseinandersetzung um die Frage, ob es Ursachen gibt, die sich auf die Einführung und Ausgestaltung des Euro zurückführen lassen und welche das sind.

Die Sinn-These

Hans Werner Sinn hat auf diese Frage eine eindeutige Antwort gegeben, die sich wie folgt liest:

„Die Einführung des Euro induzierte eine (…) Portfolio-Reallokation der Anleger, da Projekte in Ländern, die vormals als risikoreiche und problematische Standorte wahrgenommen worden waren, nach der Euroankündigung auf einmal an Attraktivität für internationale Finanzinvestoren gewannen. Es war, als wäre in den heutigen Krisenländern plötzlich ein Elektromagnet eingeschaltet worden, der das internationale Kapital anzog,

[...]

Nichts schreibt sich von allein!

Dieser Artikel ist nur für Abonnenten komplett einsehbar.

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume. Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Anmelden