Genial daneben | 16.06.2016 (editiert am 21.06.2016)

Der politische Zins

Schon wieder die FAZ. Diese Zeitung qualifiziert sich in ganz kurzer Zeit gleich zwei Mal für unsere „Genial-daneben-Rubrik“!

Diesmal ist es Holger Steltzner, Mitherausgeber der Zeitung, hinter der bekanntlich kluge Köpfe stecken, und der Verantwortliche für Wirtschaft. Die erste negative Rendite auf zehnjährige Bundesanleihen ist für ihn Anlass zu der Forderung, dem Kapitalmarkt seinen Zins wieder zurückzugeben. Klar, denn ohne Zins wäre der Arme ja gar kein Markt mehr.

Steltzner schreibt:

„Der Markt ist für viele der liebste Feind. Am Kapitalmarkt arbeiten sich Kapitalismuskritiker, Globalisierungsgegner oder Antiamerikaner genauso ab wie die Planwirtschaftler in der EU. Was machen die Gegner des Marktes eigentlich, wenn auch sie bemerken, dass der Kapitalmarkt gar kein Markt mehr ist? Vielleicht denken sie anlässlich des Epochenwechsels am Anleihemarkt einmal darüber nach, was Markt und was Politik ist.“

Nachdenken kann natürlich nie schaden. Leider aber hat der Kapitalmarkt den Zins nie besessen. Ist Stelzner noch nicht aufgefallen, dass sich alle Marktwirtschaften der Welt seit mehr als 200 Jahren eine Zentralbank leisten, die regelmäßig einen „Leitzins festlegt“? Hätte die FAZ nicht schon in den fünfziger Jahren heftig protestieren sollen, als man der amerikanischen Notenbank erlaubt hat, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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