Demokratie und Staat | 12.06.2016 (editiert am 25.07.2017)

Der Totalitarismus des freien Marktes

Langsam sollte es dämmern, dass die Bedrohung der Freiheit durch Staatssozialismus, Marxismus oder Rechtspopulismus ein Diskurs von gestern ist. Heute wird die Freiheit von denen bedroht, die sie am lautesten propagieren.

Wirtschaftliche und politische Freiheit sind untrennbar miteinander verbunden. In Milton Friedmans Bestseller „Kapitalismus und Freiheit“ wird dieser Zusammenhang schon im Titel des Buches postuliert. Wer diese Aussage relativiert, indem er etwa darauf hinweist, dass eine funktionsfähige Marktwirtschaft der sozialen Regulierung bedarf, die Herstellung bestimmter Güter durch gewinnorientierte Unternehmen ineffizient ist, oder Wettbewerb nicht immer der Förderung des Gemeinwohlinteresses zuträglich sein muss, beschreitet, so verkündet Friedrich August von Hayek im Titel eines weiteren politisch einflussreichen Werkes, den „Weg zur Knechtschaft“. Die unablässige Wiederholung dieser Kernaussagen des Neoliberalismus hat dazu geführt, dass sie inzwischen dem Korpus der bürgerlichen Allgemeinbildung zugerechnet werden.

Die US-Journalistin Naomie Klein macht sich in ihrem 2007 erschienenen Buch „Schockstrategie“ der Häresie schuldig, denn sie behauptet das genaue Gegenteil für viele Teile der Welt: Klein zeigt faktenreich die Untrennbarkeit zwischen dem politischen Terror der südamerikanischen Militärjuntas in den 70er und 80er Jahren, die tausende von Menschen „verschwinden“, foltern oder in Lagern einpferchen ließ, und der gleichzeitig radikal vorangetriebenen Deregulierung und Privatisierung der Wirtschaft auf. [...]

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