Gesundheitskarte und Formulare
Soziales | 18.06.2016 (editiert am 07.07.2016)

Die duale Krankenversicherung

Durch die Besonderheiten des deutschen Gesundheitswesens entstehen Steuerungs- und Finanzierungsprobleme, die es so in keinem anderen europäischen Gesundheitssystem gibt. Dabei macht das System volkswirtschaftlich noch nicht einmal Sinn.

In Europa gibt es zwei Grundmuster von Gesundheitssystemen, die nach ihren Gründervätern auch „Beveridge“- und „Bismarck“-Systeme genannt werden. Großbritannien, skandinavische und südeuropäische Länder haben eine aus Steuern finanzierte staatliche Versorgung. In West-, Mittel- und Osteuropa gibt es soziale Krankenversicherungen mit meist lohnbezogenen Beitragssätzen. Beide Systeme haben spezifische Vor- und Nachteile. Steuerfinanzierte Systeme haben meist ein stärker eingeschränktes Leistungsangebot als Sozialversicherungssysteme, die wiederum eine auf die Erwerbseinkommen beschränkte Finanzierungsbasis haben.

Das deutsche Krankenversicherungssystem hat zudem drei Besonderheiten:

• Die duale Struktur von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen (GKV, PKV) als Vollversicherungen ist in Europa einmalig, seit man 2006 in den Niederlanden die Trennung in Pflichtkassen und Privatversicherungen aufhob und ein einheitliches Krankenversicherungssystem für alle Bürger etablierte. In den anderen Ländern beschränkt sich das Geschäft der PKV auf Zusatzversicherungen zu den Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung.
• Das GKV-System besteht gegenwärtig aus 118 Krankenkassen, unter denen die Versicherten wählen können, mit Ausnahme einiger „geschlossener“ Betriebskrankenkassen (BKK), die im Gegensatz zu „geöffneten“ BKKs nur Betriebsangehörige aufnehmen. Ein vergleichbares Wahlsystem gibt es nur in den Niederlanden und der Schweiz. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Abonnieren

Anmelden