Europäische Zentralbank in Frankfurt
EU | 06.06.2016 (editiert am 12.06.2016)

Ein Finanzministerium als Teil des Eurosystems 2.0

Der fehlgeleitete Glaube an die Allmacht des Marktes hat im Euroraum vielfach zu einem Teufelskreis aus Austeritätspolitik, Wirtschaftseinbruch, steigender Arbeitslosigkeit und sozialer Not geführt. Ein gemeinsames Finanzministerium könnte Abhilfe schaffen.

Die Euro-Krise, welche sich an die globale Finanzkrise 2008/09 anschloss, dauert nun schon sechs Jahre. Während in anderen Ländern der Welt eine weniger restriktive Sparpolitik des Staates wesentlich zur Erholung der Wirtschaft beitrug, erlebte die Eurozone eine lange Phase von Rezession und Stagnation. Denn hier wurde auf ein vermeintliches Staatsschuldenproblem mit Haushaltskürzungen reagiert.

Souveräne Staaten und schwäbische Hausfrauen

Diese Diagnose aber ist problematisch, da ein Staat nicht mit der vielzitierten schwäbischen Hausfrau gleichzusetzen ist. Während diese sich tatsächlich Gedanken machen muss, woher sie denn ihr Geld bekommt, um ihre Ausgaben zu bestreiten, kann der Staat dabei auf seine Zentralbank zurückgreifen. Entweder verkauft letzterer direkt Staatsanleihen an die Zentralbank, oder er verkauft sie an Banken, die wiederum die Staatsanleihen an die Zentralbank weiterverkaufen. Da der Staat dies unbegrenzt tun kann, ist ein Staatsbankrott komplett ausgeschlossen, so lange der Staat in seiner eigenen Währung verschuldet ist. Selbst in Krisenzeiten schießen aus diesem Grund die Zinsen für Staatsanleihen nicht in die Höhe: Es zweifelt schlicht niemand an der Zahlungsfähigkeit des Staates. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP ist das Magazin einer Neuen Monetären Ökonomik und damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button.

Abonnieren

Anmelden