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Arbeit | 17.06.2016 (editiert am 07.07.2016)

Fahrt in die Dumping-Hölle der Plattform-Ökonomie

In der Internet-Ökonomie wird die Unternehmung durch die Plattform verdrängt. Damit bröckelt ein zentrales Fundament des Sozialstaates und der Marktwirtschaft. Die EU-Kommission verkennt die Brisanz dieser Entwicklung.

Zunächst ein Blick zurück: Die Jagd war nicht gut ausgefallen. Deshalb waren die Jäger froh, unterwegs noch ein paar Beeren und Wurzeln sammeln zu können. Doch das kam nicht gut an. Bei der Rückkehr ins Dorf hatten die Sammlerinnen ihre Transparente schon aufgespannt. „Hände weg von unseren Jobs“ stand da. Oder: „Sammelverbot für Jäger! Sofort!“

Heute ist diese Fiktion Realität. Weil die Bürolisten dank Uber auf dem Heimweg noch ein bisschen Taxi spielen können, streiken die Taxifahrer. „Hände weg von unseren Jobs.“ Der Unterschied? Damals hatten die Jäger und Sammler sozusagen eine gemeinsame Kasse. Es aßen alle aus demselben Topf. Man war eine solidarische Sippe mit klaren Verteilungsregeln. Niemand musste seine Ansprüche mit dem Mittel des Streiks anmelden.

Dann kam das Geld, die Familien und Sippenbande lockerte sich, damit wurde eine Arbeitsteilung möglich, die weit über Jäger, Sammler und Medizinmann hinausging. Mit der Spezialisierung machte man sich aber in extremem Maße vom Markt (von anonymen anderen) abhängig. Jede konjunkturelle Flaute, jede Veränderung der Konsumgewohnheiten, jeder neue Konkurrent konnte Existenzen zerstören. [...]

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