Weltwirtschaft | 23.06.2016 (editiert am 07.07.2016)

Frischer Wind bei der OECD? – Eher ein laues Lüftchen

Nach dem IWF überrascht nun auch die OECD mit einer Veröffentlichung, die inhaltlich von bisher vertretenen Positionen abzurücken scheint. Doch die Hoffnung könnte verfrüht sein.

Heiner Flassbeck hat sich in der vorletzten Woche ((hier) mit einem neuen Papier der Forschungsabteilung des Internationalen Währungsfonds (Neoliberalism: Oversold?) befasst, in dem einige traditionelle Dogmen in Frage gestellt werden und das international für einigen Wirbel gesorgt hat. Nur kurze Zeit später legte die Industrieländer-Organisation OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mit ihrem neuen OECD-Wirtschaftsausblick vom 1. Juni 2016 (vorläufige Ausgabe, im Folgenden WA 2016 genannt; englische Fassung: OECD Economic Outlook) eine Veröffentlichung vor, die gleichfalls mit einigen der bisherigen ideologischen Denkmuster zu brechen scheint.

Jedenfalls stellt der britische Guardian dazu fest:

„Ein frischer Wind (A Wind of Change) zieht durch die ökonomischen Institutionen der Welt. In der letzten Woche war es der Internationale Währungsfonds, der sagte, dass Austerität mehr schaden als nützen könnte und dass der Neoliberalismus so gut nun auch wieder nicht sei. In dieser Woche ist es die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die die Orthodoxie in Frage stellt.“ (Übersetzung des Autors)

Die neue OECD-Studie

In ihrem Bericht weist die OECD darauf hin, [...]

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