Sanitäter
Soziales | 16.06.2016 (editiert am 07.07.2016)

Mythos Kostenexplosion

Die Behauptung, die Gesundheitsausgaben würden wegen der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts nicht mehr bezahlbare Dimensionen annehmen, ist faktenarm. Ein wesentlicher Grund sind vielmehr die relativ zum Wirtschaftswachstum sinkenden beitragspflichtigen Einkommen der Versicherten.

Seit über 40 Jahren geistert das Menetekel einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen durch die Medien. Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre waren die Gesundheitsausgaben stark gewachsen. Ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg zwischen 1970 und 1975 von 6,0 auf 8,4 Prozent, der der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von 3,5 auf 5,7 Prozent (siehe Tabelle). Dieser Ausgabensprung hatte mehrere Ursachen. So wurden die Leistungen für Mitglieder der Pflichtkassen (AOK; BKK, IKK) denen der Ersatzkassen für (TK, BEK, DAK, etc.) angepasst und die maroden Krankenhäuser mit hohem Aufwand saniert. Auch gab es keine effektive Kontrolle der kassenärztlichen Vergütungen und Arzneimittelausgaben.


Gesundheitsausgaben in Deutschland 1970-2014

JahrGesundheitsausgaben in v. H. BIPGKV-Ausgaben in v. H. BIPDurchschnittlicher GKV-Beitragssatz
1970

1975

1985

1995

2005

2010

2014

6,0

8,4

8,8

9,4

10,8

11,5

11,3

3,5

5,7

6,0

6,6

6,4

6,8

6,6

  8,24

10,04

11,73

12,20

14,19

14,90

15,50

Quelle: Destatis, [...]

Guter Journalismus hat seinen Preis

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