Sahra Wagenknecht
DIE LINKE Nordrhein-Westfalen / flickr / CC BY-SA 2.0
Theorie | 05.06.2016 (editiert am 13.06.2016)

Sahra Wagenknecht und der lange Schatten des Ordoliberalismus

Sahra Wagenknecht stößt mit ihrem neuen Buch eine überfällige Diskussion über die Prinzipien einer ethischen akzeptablen Wirtschaftsordnung an. Die Rolle, die sie dabei dem Konzept des Wettbewerbs zuweist, ist aber wenig überzeugend.

Im Lager der deutschen politischen Linken lassen sich wahrlich nicht viele Hoffnungsträger für eine am Gemeinwohl orientierte Politik finden. Sahra Wagenknecht ist sicherlich imstande, diese Rolle auszufüllen. Sie verfügt über die dafür notwendigen intellektuellen, kommunikativen und sozialen Kompetenzen, und sie hat den Mut, über gesellschaftspolitische Alternativen jenseits – auch des linken – politischen Mainstreams nachzudenken und sie auch öffentlich zu vertreten. Dass ihr neues Buch mit dem Titel „Reichtum ohne Gier“ auf großes Interesse gestoßen ist, ist daher kein Zufall.

Wagenknechts Anspruch ist, in ihrem Buch die vielen ökonomischen und sozialen Missstände „unserer Zeit“ klar zu benennen, deren Ursachen zu identifizieren und auf Basis dieser Analyse Grundzüge einer neuen Wirtschaftsordnung zu skizzieren.

Sie erkennt, dass die Bewältigung einer solchen Aufgabe der Verwendung der „richtigen Konzepte“ (S. 10) bedarf. Unzweifelhaft ist es so, dass wir, um über die Welt reden zu können, eines konzeptuellen Rahmens – einer Theorie – bedürfen. Und welche Theorie wir verwenden, entscheidet darüber, welche Aspekte der Realität wir adäquat beschreiben und erklären können. [...]

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