Die Flaggen der EU, Deutschlands, Österreichs und der Schweiz
Europa | 04.06.2016 (editiert am 08.06.2016)

Vom heimischen Sparen und den Schulden der Anderen

Auch die Schweiz muss begreifen, dass es im internationalen Zusammenhang keine „Solidität“ gibt, die nicht auf die „Unsolidität“ anderer Länder hofft.

Teil 3

Die Schweiz hat das Sparen des Staates bzw. solide Staatsfinanzen via Schuldenbremse als eines der ersten Länder zu einem ihrer Kernthemen gemacht. Doch wie kann das im internationalen Zusammenhang gehen? Unter welchen Umständen kann ein Staat jede Verantwortung für die Bilanz zwischen privatem Sparen und privatem Investitionsverhalten innerhalb seiner Gebietsgrenzen abgeben? Er kann das nur dann, wenn das Land insgesamt Überschüsse in der Leistungsbilanz erzielt, weil nicht alle Sektoren Nettosparer sein können, sondern immer einen Nettoschuldner brauchen, damit ihre Sparpläne realisiert werden können? Wieso aber sollten bei offenen Grenzen und internationaler Kooperation manche Länder permanent eine solche Spar-Lösung über Leistungsbilanzüberschüsse anstreben dürfen, wenn sie anderen Ländern genau dadurch diesen „Lösungsansatz“ verbauen?

Betrachtet man die Finanzierungssalden (die Salden zwischen Einnahmen und Ausgaben des jeweiligen Sektors im Laufe eines Jahres) der wichtigsten Sektoren in der Schweiz (Abbildung 1), fällt neben der Stabilität der Nettosparsaldos der privaten Haushalte in Höhe von mehr als 10 Prozent des BIP, die außergewöhnliche Stabilität des staatlichen Saldos in der Schweiz auf.


Finanzierungssalden Schweiz


Hierin schlägt sich sicher die gesetzlich geregelte „Schuldenbremse“ nieder, [...]

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