EU | 20.06.2016 (editiert am 07.07.2016)

Wenn Extremisten die Mitte bilden – Teil 1

Die Geschichte ist durchsetzt von Experimenten mit radikalökonomischen Konzepten, die die Lebensgrundlage von Millionen Menschen zerstört haben. Politik auf Basis des Washington Consensus ist ein solches Experiment.

Wir wurden bereits Zeuge dieses Experiments, als die „Gemischten Ökonomien“ in den frühen 1970er Jahren begannen, ins Wanken zu geraten. Diese Jahre werden von den Kritikern des Keynesianismus durch und durch als ein Desaster dargestellt. Die neoliberale Ideologie postulierte das Scheitern der Labour-Politik. Die Wahrheit aber ist wesentlich komplizierter.

Zwar ist es richtig, dass damals konzeptionelle Fehler gemacht wurden (insbesondere was die Stagflation betrifft) und das Wirtschaftswachstum in den OECD-Ländern im Zeitraum von 1973 bis 1980 pro Kopf um ca. 2% geringer ausfiel. Dennoch waren die Wachstumsraten immer noch höher als alles, was in den kommenden drei Dekaden neoliberaler Hegemonie folgen sollte, als das durchschnittliche Wachstum ganze 1,8% betrug.

Der verrottete Zustand der britischen Ökonomie

In der darauffolgenden Periode strich Margaret Thatcher die Spitzensteuersätze zusammen, senkte die Staatsausgaben, bekämpfte die Gewerkschaften, schaffte Kapitalkontrollen ab, privatisierte die öffentliche Infrastruktur und erhöhte die Leitzinsen, um die Inflation zu bekämpfen. Diese Maßnahmen zogen zwar internationales Kapital an, werteten aber das Pfund auf, was die Wettbewerbsfähigkeit des britischen Exportsektors einschränkte. [...]

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