Soziales | 15.07.2016 (editiert am 21.07.2016)

Bodenrente: Wer hat, dem wird gegeben

In der Schweiz wird die Ungleichheit nicht nur vom Arbeitsmarkt getrieben, sondern eben so sehr vom Immobilienmarkt. Unter dem Strich zahlen die Schweizer den Bodenbesitzern mehr als dem Staat.

Beginnen wir mit einem konkreten Beispiel. Unsere 4,5-Zimmerwohnung in Adliswil bei Zürich würde auf den freien Markt aktuell monatlich mindestens 2800 Franken Miete kosten. Weil wir aber das Glück hatten, die Wohnung vor sechs Jahren kaufen zu können, zahlen wir jetzt inklusive Hypozinsen, Nebenkosten und Amortisation nur etwa 1000 Franken. Rechnet man noch einen fiktiven Zins auf das investierte Eigenkapital hinzu, ergeben sich Kosten von maximal 1600 Franken. Das Beispiel belegt: Wer mieten muss, statt kaufen zu können, zahlt dafür einen hohen Preis.

Doch in der Schweiz kann nicht jedermann eine Wohnung kaufen. Unter einer Million ist kaum noch etwas zu haben. Dafür braucht es (bei der Kantonalbank Zürich) ein Eigenkapital von 250.000 und ein Einkommen von 150.000 Franken. Wer weniger hat, kommt als Käufer nicht in Frage und muss sich ein Mietobjekt suchen. Wer hat, dem wird gegeben – und meistens bekommt er beim Wiederverkauf noch tüchtig etwas oben drauf, denn zumindest an guten Lagen steigen die Immobilienpreise weiterhin schneller als die Inflationsrate.

Steigende Immobilienpreise: Der erste Teil der Umverteilung

Der starke Anstieg der Immobilienpreise ist politisch gewollt – oder wird zumindest gern in Kauf genommen. [...]

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