Bronzebildnis vor der Frankfurter Börse
Theorie | 08.07.2016 (editiert am 15.07.2016)

Gegen-Aufklärung im Namen der Freiheit

Neoliberalen Ökonomen ist es gelungen, mithilfe von Journalisten und dem Geld von Vermögenden, den Menschen den Glauben an die Allmacht des Marktes einzutrichtern. Der Markt aber ist kein Gott, sondern ein Instrument, welches die Effizienz des Wirtschaftens verbessern kann.

Der Neoliberalismus ist das erfolgreichste Projekt der Gegen-Aufklärung. Vom 18. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre haben Denker in Europa und den USA die Grundlagen für den „Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Kant) erarbeitet. So unterschiedlich die Erkenntnisinteressen und damit die Theorien von Hume, Smith, Kant, Rousseau, Ricardo, Mill, Marx oder Keynes auch sind, gemeinsam war ihnen das Ziel einer Emanzipation der Menschen von „höheren Wesen“ und den intellektuellen, moralischen und politischen Autoritäten als ihren (irdischen) Vertretern.

Die (partielle) Umsetzung der Ziele von Aufklärung und Emanzipation erfolgte in mühsamen Kämpfen von der Gründung der USA (1776), den bürgerlichen Revolutionen in Frankreich (1789) und in vielen Ländern Europas (1848), der Organisation der Arbeiterbewegung und der Schaffung des Sozialstaats im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis zur Entwicklung des Europäischen Sozialmodells in der Prosperitätsphase der 1950er und 1960er Jahre.

Rückschläge wie die Restauration der „ancien regimes“ (1815 bis 1848) oder die Depressionen nach den Börsenkrachs 1873 und 1929 bildeten die Basis für Emanzipationsschritte in der nachfolgenden Periode (wie die Begründung des Sozialstaats und die nachfolgende „belle époque“ 1895/1914 bzw. [...]

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