Skyline in Aquarell
Soziales | 22.07.2016 (editiert am 27.07.2016)

It´s the Shareholder Value, stupid!

Das Konzept des „Shareholder Value“ dominiert nach wie vor die Theoriebildung in der Betriebswirtschaftslehre sowie die daraus abgeleitete ökonomische Praxis. Dies ist fatal, da das Konzept auf falschen Annahmen beruht, voller Widersprüche ist und zu ethisch fragwürdigen Ergebnissen führt.

Gut zwei Jahrzehnte nach Erscheinen des wegweisenden Werks »Shareholder Value« von Alfred Rappaport dominiert das Shareholder Value-Konzept nach wie vor die ökonomische Praxis sowie die neoklassische Betriebswirtschaftslehre. Der Ansatz besagt im Kern, dass unternehmerisches Handeln ausschließlich an den Interessen der Eigenkapitalgeber (der Shareholder) ausgerichtet werden soll.

Das Konzept

Da die angestrebte Eigenkapitalsteigerung mit Gewinn gleichzusetzen ist, deckt sich der Shareholder Value-Ansatz mit der Auffassung, dass die langfristige Gewinnmaximierung als oberstes Unternehmensziel anzusehen ist. Alle anderen Bereiche und Interessen (die Interessen der sogenannten Stakeholder, also der im weiteren Sinne am Ergebnis eines Unternehmens Interessierten) werden von der Marktwirtschaft als solcher abgedeckt. Diese Argumentation ist dem Standardwerk der deutschen Betriebswirtschaftslehre von Günter Wöhe zu entnehmen:

„Unternehmerisches Gewinnstreben auf der einen und marktwirtschaftlicher Wettbewerb auf der anderen Seite sind gute Garanten zur Wahrung der Stakeholder-Interessen. Da ist sie wieder: Die unsichtbare Hand des Wettbewerbs, die Nützliches hervorbringt, ohne es ursprünglich gewollt zu haben.“

Die Berücksichtigung der Stakeholder ist also nicht Aufgabe der Unternehmen, [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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