Weltwirtschaft | 08.07.2016 (editiert am 14.07.2016)

Über das Blut in unseren Handys

Die auf EU-Ebene beschlossene Verordnung zur Überwindung des Problems „Konfliktmineralien“ hätte einen Beitrag zur Überwindung von Konflikten leisten können. Doch da sie auf Freiwilligkeit beruht, wird sie wohl unwirksam bleiben.

Gold, Coltan, Zinn und andere Rohstoffe – sie stecken in Handys, Fernsehern, Elektroautos. Ein nicht unbedeutender Anteil dieser Rohstoffe stammt aus Kriegs- und Krisenregionen wie dem Kongo, aus Kolumbien und Myanmar.

Konfliktrohstoffe – eine Finanzquelle für bewaffnete Gruppen und Diktatoren

In diesen Regionen finanzieren sich Rebellen auch (!) über den Abbau und Handel von Rohstoffen.Doch damit nicht genug: Auch Diktatoren finanzieren sich und ihr Militär über den Export von Rohstoffen. So ist die DR Kongo ein bedeutender Exporteur von Coltan. Die Sicherheitskräfte des Landes, die derzeit mal wieder Proteste der Opposition gewaltsam niederschlagen (hier), werden auch durch die Einnahmen aus den Rohstoffexporten finanziert. Ein weiteres Beispiel ist der Sudan. Seitdem das Land seine Ölvorkommen an den Südsudan verloren hat, ist das Gold der größte Devisenbringer. Durch die Gold-Einnahmen finanziert der Diktator al-Baschir seine Gräueltaten gegen die eigene Bevölkerung (siehe hier).

Zusätzlich werden beim Abbau von Rohstoffen oft Menschenrechte und Umweltstandards verletzt (siehe hier). [...]

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