Soziales | 22.07.2016 (editiert am 26.07.2016)

Ungleichheit und Kapitalismus – 3

Was muss konkret politisch geschehen, um der Ungleichheit Paroli zu bieten. Einerseits muss die soziale Mobilität verbessert werden und andererseits müssen die bestehenden Einkommens- und Vermögensunterschiede durch eine konsequente Besteuerung eingeebnet werden. Für die Primärverteilung schlagen wir eine Indexierung vor.

Fast alle klagen über Ungleichheit. Aber kaum einer, ich habe das wieder und wieder gesagt (hier zum Beispiel), traut sich, wirklich durchgreifende Änderungen zu fordern. Mit ein wenig mehr Vermögens- oder Erbschaftssteuer und dem Aufruf zu mehr Bildungschancen für die Armen ist die Forderungsliste der Ungleichheitskritiker meistens erschöpft. Was steht einer raschen und durchgreifenden Lösung des Problems der Ungleichheit in einer kapitalistischen oder marktwirtschaftlichen Ordnung wirklich entgegen?

Es sind vor allem zwei miteinander verknüpfte Vorurteile, die die Mehrheit der Ungleichheitskritiker daran hindern, ernsthafte Konsequenzen zu fordern. Erstens, der feste Glaube an die Gültigkeit der sogenannten Grenzproduktivitätstheorie. Zweitens, die Vorstellung vom Arbeitsmarkt als einem ganz normal funktionierenden Markt.

Das erste Vorurteil sitzt bei den meisten Ökonomen unglaublich fest, weil es den Kern der sogenannten Grenznutzenrevolution bildet, die im 19. Jahrhundert die Volkswirtschaftslehre erfasst hat. Danach entspricht der Preis (oder die Kosten) eines Gutes exakt dem Grenznutzen dieses Gutes, also dem Nutzen, den es für den letzten Nutzer (oder Käufer) hat. [...]

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