Amerika | 19.07.2016 (editiert am 08.02.2019)

Venezuelas Seifenopern: Krise in den 80ern und der Gegenwart

Gleich der Dramaturgie einer Seifenoper durchlebt Venezuela durch das Öl ein Auf und Ab der Konjunktur. Doch die Petrodollars verhindern auch eine nachhaltige Entwicklung des Landes.

In den 1980er Jahren war Venezuela einer der bedeutendsten Produzenten von Telenovelas in Lateinamerika. Seifenopern also, die meist täglich und über einen Zeitraum von mehreren Monaten im Fernsehen ausgestrahlt werden. Wenngleich die meisten davon ein Happy End haben, münden andere in einem tragischen Finale, das letztendlich mit dem Tod einer der Hauptcharaktere endet.

Im gleichen Jahrzehnt ging das Land durch seine größte Krise seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Manche Beobachter sehen diese Krise als Form einer Depression, die sich über beinahe 20 Jahre erstreckte, bis schließlich der Ölpreis mit dem Beginn der 2000er Jahre stieg. In der Zwischenzeit durchlief das Land eine Serie von tragischen Ereignissen: gewalttätige Erhebungen gegen ein vom IWF verordnetes Strukturreformprogramm, die Ende der 80er Jahre mit mehr als 400 Toten endeten, zwei gescheiterte Staatsstreiche und die größte Bankenkrise des Landes in den frühen 90er Jahren.

Gegenwärtig steht Venezuela im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit als das von der regionalen Wirtschaftsflaute zweifellos am schlimmsten betroffene lateinamerikanische Land. Einige Reportagen erwecken den Eindruck, dass wir nun den Höhepunkt einer Telenovela erreicht haben: Eine, [...]

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