Genial daneben | 16.08.2016 (editiert am 23.08.2016)

Die normale Deflation der SZ

Immer wieder wird in Deutschland versucht, die deflationären Tendenzen in Europa kleinzureden. Man versucht damit offenbar, von der Rolle der Löhne und der Rolle Deutschlands abzulenken. Dabei bleibt häufig selbst die grundlegende ökonomische Logik auf der Strecke. Man fragt sich, wie jemand glauben kann, solche geistigen Verrenkungen dienten der Verteidigung eines unhaltbaren neoklassisches Dogmas.

Ein tolles Stück Volksaufklärung fand sich letzte Woche in der Süddeutschen Zeitung (SZ). Dort „erklärte“ einer der beiden Wirtschaftschefs, Ulrich Schäfer, warum man sich mit einer leichten Deflation abfinden sollte. Die beiden „grundlegenden“ Entwicklungen, die er als Gründe anführt, warum die „moderne Wirtschaft ein wenig anders funktioniert als früher“, sind erstens die ältesten Hüte, die man sich nur denken kann, und zweitens gar nicht existent.

Schäfer schreibt:

„… die moderne Wirtschaft von heute funktioniert ein wenig anders als früher, und das liegt an zwei grundlegenden Entwicklungen. Die erste Entwicklung, das ist die Globalisierung: Weil ständig neue Konkurrenten auftauchen, wird der weltweite Wettbewerb immer härter. Die Schwellenländer produzieren heute oft viel billiger als die Industrieländer früher, sie werfen ihre Produkte – vom Turnschuh bis zum Tablet – zu Preisen auf den Markt, die einst undenkbar waren. Dadurch wächst der Preisdruck;

[...]

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