Ökologie | 19.08.2016 (editiert am 25.08.2016)

Die rapide Zerstörung des Planeten – 4

Der Klimawandel wird in absehbarer Zukunft zu Wasserknappheit und Nahrungsmittelkrisen führen. Das hindert die Weltgemeinschaft nicht, sich den CO2-Austoß schön zu rechnen. Doch der Widerstand wächst.

Laut einer Studie des National Center for Atmospheric Research werden höhere Temperaturen noch vor 2040 zu einem niedrigeren Sauerstoffgehalt in den meisten Ozeanen führen. Dadurch wird es innerhalb von weniger als 24 Jahren zwangsläufig zu einer radikalen Veränderung des Ökosystems in den betreffenden Meeren kommen (siehe hier). Es ist insofern gar nicht nötig, in die Zukunft zu schauen. Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits jetzt allgegenwärtig (siehe hier). Die südafrikanischen Länder müssen die schlimmste Nahrungsmittelkrise der letzten 25 Jahre meistern, in deren Folge die Nahrungsmittelpreise und die Zahl der unterernährten Menschen in die Höhe schießen. In Angola hat sich die Zahl derjenigen, die unter Dürre und Hunger leiden, auf 1,4 Millionen verdoppelt, mindestens 95.000 Kinder sind betroffen. In Malawi sind 8 Millionen Menschen und damit die Hälfte des Landes zum zweiten Mal in Folge von Nahrungsmittelhilfen abhängig (siehe hier).

Das katastrophale Problem der Wasserknappheit

Ein von der Weltbank herausgegebener Bericht warnt vor einem „schweren Schlag“, den die mit dem voranschreitenden ACD zunehmende globale Wasserknappheit den Volkswirtschaften im Nahen Osten, Nordafrika sowie Zentral- und Südasien versetzen wird. Die bis zum Jahr 2050 steigende Nachfrage nach Wasser sowohl durch die Städte als auch die Landwirtschaft wird zu einer dramatischen Verknappung in den Regionen führen, in denen es gegenwärtig noch Vorräte in Überfluss gibt. Von den Regionen, die bereits jetzt unter Wassermangel zu leiden haben, ganz zu schweigen (siehe hier). Auch eine im Jahr 2014 von der Weltbank erstellte (und 2015 aktualisierte) Studie prognostiziert, dass in einem Szenario des Business-as-usual 30% der Ackerfläche Afrikas zu verschwinden droht. Derweil wird die Situation in Südostasien in 14 Jahren ebenfalls als düster eingeschätzt (siehe hier).

Laura Parker berichtet im National Geographic, dass in manchen Regionen um Peking der Boden um 4 Zoll pro Jahr nachgibt, in dem Maße, wie das Wasser darunter in ein riesiges Bewässerungssystem gepumpt wird (siehe hier). Das Grundwasser ist derart dezimiert worden, dass die Stadt – von mehr als 20 Millionen Menschen bewohnt – mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert sein könnte. Doch Peking ist, wie Parker schreibt, nicht der einzige Ort, der Probleme mit einem nachgebenden Boden hat, weil das Grundwasser erschöpft ist. Neben anderen Städten sinken auch Teile von Shanghai und Mexiko City ab. Teile des kalifornischen Central Valley sind um einen und in manchen lokalisierten Gebieten um 28 Fuß abgefallen, so Parker. Am stärksten überbelastet aber ist das arabische Bewässerungssystem, das 60 Millionen Menschen in Saudi-Arabien und im Jemen versorgt (siehe hier und hier). Das Indus Becken im Nordwesten Indiens und Pakistans ist das am zweitstärksten bedrohte Bewässerungssystem, danach folgt das Murzuk-Djado Becken in Nordafrika. Mehr als Zweidrittel des Grundwassers wird weltweit für die Bewässerung von Anbauflächen verbraucht, während der Rest als Trinkwasser dient. Fast zwei Milliarden Menschen sind auf die Grundwasservorräte angewiesen, die als gefährdet eingeschätzt werden (siehe hier).

Unsere CO2-Messungen sind falsch

Als ob all dies nicht schon genug wäre, ist die verwendete Bilanzierungsmethode von CO2 nicht korrekt. Doch wir brauchen dringend die richtige Bemessung. Sie ist der essentielle Kompass, um unseren Planeten durch den Sturm zu führen – unter der Annahme wohlgemerkt, dass diese Führung überhaupt möglich ist.

Auch wenn ich bereits darüber berichtet habe, ist es eine Wiederholung wert. Um zu verstehen, was passiert ist, ist es notwendig zu wissen, was territoriale Emissionen sind und was der Unterschied zwischen der Produktion dieser Emissionen sowie ihres Verbrauchs sind. Territorial-Emissionen beziehen sich auf GHGs, welche innerhalb eines Landes im Rahmen der Verbrennung fossiler Brennstoffe (für die Erzeugung von Elektrizität, im Verkehr, der industriellen Produktion, direkte Emissionen durch Heizungen in Haushalten und Unternehmen, als auch durch Land-, Forst- und Abfallbewirtschaftungsmaßnahmen) entstehen. Darauf basiert die gegenwärtige CO2-Bemessungsgrundlage durch die UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel (UNFCCC). Die Produktions-Emissionen ergeben sich aus den Territorial-Emissionen plus den Emissionen aus den internationalen Flug- und Schiffsverkehr auf der Grundlage von Schweröl. Die Verbrauchs-Emissionen berechnen sich hingegen aus den Produktions-Emissionen minus jener, die im Rahmen von Waren-.und Dienstleistungsexporten und -importen entstehen. Schließlich bezieht sich der Fußabdruck des Kohlenstoffs auf die Gesamtmenge der Treibhausgasemissionen, die direkt oder indirekt von einer Nation (entspricht den Verbrauchs-Emissionen), einem Unternehmen, einem Produkt oder einer Person (siehe hier) verursacht wird.

Die Länder veröffentlichten Zahlen zu den Emissionen, die sie für alle Sektoren einschließlich der Veränderungen der Kohlenstoffsenken (wie Wälder) sowie Flug- und Schiffsverkehr innerhalb der Landesgrenzen emittieren. Die Aufteilung der totalen Zahlen durch die Einwohnerzahl ergibt eine Schätzung der Kohlenstoff-Emissionen pro Kopf. Diese Zahlen haben über die Jahre eine fallende Tendenz gezeigt. Wie Stuart Parkinson etwa schrieb, betrugen 1990 in Großbritannien die Kohlenstoff-Emissionen pro Kopf 14,6 Tonnen. 2014 betrugen sie gerade noch 9,1 Tonnen – eine Abnahme von 38% (siehe hier). Das erscheint beeindruckend: In Europa beträgt die durchschnittliche Kohlenstoff-Emission pro Person etwa 10 Tonnen, in Nordamerika liegt sie über 20 Tonnen und China liegt nun über 8 Tonnen (siehe hier).

Bei den Zahlen handelt es sich um Produktions-Emissionen. Die Verbrauchs-Emissionen hingegen beziehen sich im Wesentlichen darauf, wer für diese verantwortlich ist. Wenn zum Beispiel eine Maschine in China hergestellt, aber vom Vereinigten Königreich gekauft und verwendet wurde, ist letzteres nach dem verbrauchsbasierten Berechnungssystem auch für solche Emissionen verantwortlich, die aus ihrer Fertigung und Benutzung entstehen. Unter dem produktionsbasierten System wird indes nur die Benutzung berechnet (siehe hier). Das verbrauchsbasierte Berechnungssystem, welches auch den Kohlenstoff-Fußabdruck darstellt, ist zur Verwendung geeigneter, weil es sowohl wesentlich logischer als auch realistischer ist.

Wie aber sieht dann das Bild der CO2-Emissionen aus, wenn die verbrauchsbasierte Bilanzierungsmethode verwendet werden würde? Nach Angaben des britischen Committee on Climate Change stieg der britische Nettoimport energieintensiver Güter seit den 1990er Jahren deutlich an (siehe hier und hier). Die Forscher schätzen, dass die Emissionen in Großbritannien im Jahr 1992 um 35% höher gewesen wären, wenn alle Waren, die dort verwendet wurden, auch dort hergestellt worden wären. Bis zum Jahr 2010 hätte sich diese Zahl um 80% erhöht. Konkret bedeutet das mit Blick auf den Klimawandel, dass sich der durchschnittliche Beitrag pro Kopf gemessen am „Fußabdruck“ auf 19,5 Tonnen für 1990 und 15,5 Tonnen für 2014 erhöht. Weit höhere Werte also, als sie durch die produktionsbasierte Methode dargestellt werden. Und der prozentuale Rückgang zwischen 1990 und 2014 beträgt nur die Hälfte der offiziellen Zahlen.

Dies ist unter anderem eine Folge der Globalisierung und ihrer internationalen Produktionsketten. Die Verlagerung der Produktion ins Ausland und der Import von Waren reduziert zwar die Emissionen auf Basis der produktionsbasierten, nicht aber auf der verbrauchsbasierten Bilanzierungsmethode. Und in den letzten zwei Jahrzehnten hat das Wachstum der importierten Emissionen die Senkung der Produktions-Emissionen mehr als ausgeglichen.


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Abbildung 1: Kohlenstoff-Fußabdruck pro Person in GB (Kohlenstoff-Emissionen und Kohlenstoff – Fußabdruck). Quelle: Stuart Parkinson (siehe hier).


Es existieren vier kleine Histogramme, die ein unglaubliches Problem für die Menschheit verdeutlichen. Unbestritten wurden und werden Fortschritte erzielt – doch diese sind bei weitem unzureichend. Um das Ziel zu erreichen, die globale Durchschnittstemperatur auf unter 2 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 zu halten, bedarf es einer durchschnittlichen Reduzierung des Kohlenstoff-Fußabdrucks um etwa 3 Tonnen pro Person (siehe hier). Das heißt nichts weniger, als dass die europäischen Staaten – die nicht einmal die größten Sünder sind – ihren Kohlendioxid-Ausstoß um 80% senken müssen. Eine gigantische Aufgabe, deren Bewältigung so gut wie unmöglich ist. Wer dennoch behauptet, dass sie jenseits von hohen Kohlenstoffsteuern, tiefgreifenden Veränderungen im Konsumverhalten und der Produktionsmethoden zu meistern sei, erzählt schlicht Märchen.

Natürlich ergibt es für uns Blinde keinen Sinn, ein Ziel zu fokussieren, das ohnehin unerreichbar ist. Aber je länger wir warten, desto schwieriger wird es, andere Ziele zu erreichen, die zu einer signifikanten Abnahme der CO2-Emissionen führen. Denn wenn es heute bereits unerreichbar erscheint, dann morgen umso mehr.

Gibt es auch gute Nachrichten?

Falls es solche gibt, stellt sich gleichwohl die Frage, sind sie auch gut genug? Bemerkenswert ist, dass sich mehr und mehr Personen in hohen Positionen in direkte Konfrontation zum Kopf des IPCC, Heosung Lee, stellen. Noch bevor im Dezember 2015 die COP21 in Paris stattfand, sprach Yvo de Boer, Generalsekretär der UNFCCC, als das Gipfeltreffen in Kopenhagen mit einem Riss zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern eskalierte, Klartext:

„Der einzige Weg, um 2015 mit einer Vereinbarung das 2-Grad-Ziel zu erreichen, ist, die gesamte Weltwirtschaft herunter zu fahren.“

Mit anderen Worten: Wir können das 2015 in Paris anvisierte Ziel eines 2 Grad Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur bis 2100 vergessen. Der Pariser Klima-Deal wird den Mechanismen nicht gerecht, um dieses hohe Ziel zu erreichen. Da alles auf Freiwilligkeit basiert, ist es ohnehin zum Scheitern verurteilt. Vor kurzem äußerte sich Christiana Figueres, Geschäftsführerin der UNFCC, in die Richtung, dass sie Lee grundsätzlich nicht zustimme. Heosung Lee selbst scheint sich den Realitäten des Klimawandels komplett zu verweigern, ein Offenbarungseid für jemanden, der dem IPCC vorsitzt (siehe hier).

Kanada rast mit seinem Ölsand-Problem in Richtung einer Apokalypse. Die Amerikaner exportieren Kohle nach China, die Australier nach Deutschland. In den Vereinigten Staaten verwandeln sich die Appalachen durch den Kohletagebau in giftige Einöden. In Großbritannien stimmte die konservative Regierung dafür, das Fracking im Land zu erlauben, volle fünf Tage nach der Unterzeichnung des Pariser Abkommens COP21. Es bleibt, was Michael klare sagte:

„Das Resultat ist unbestreitbar. Die Menschheit betritt keine Periode, die von Erneuerbaren Energien dominiert sein wird. Stattdessen ist die dritte große Kohlenstoff-Ära wegweisend, das Zeitalter des unkonventionellen Öls und Gas (siehe hier). Das Spiel der Menschheit ist aus, daran besteht kein Zweifel.“

Was sind nun angesichts solcher deprimierenden Aussagen die guten Nachrichten? Zuerst wären da Initiativen wie jene Kampagne zu nennen, die Exxon für die Klimaschäden bezahlen lassen will. Wenn die Kampagne Erfolg hat, wird sie zu extremen wirtschaftlichen Verlusten für Exxon führen. Das Vorgehen gegen Exxon ist tief in eine übergreifende Kampagne eingebunden, die Druck auf Hochschulen und Unternehmen ausübt, sich von fossilen Energielieferanten abzugrenzen. Derzeit scheint sie mit jeder Woche stärker zu werden (siehe hier). Es bleibt schwer zu sagen, was ihre Effekte sind oder sein werden, aber sie muss in Verbindung mit einer größeren Bewegung gegen fossile Brennstoffe gesehen werden.

Denn eine solche, viel größere Bewegung gibt es ebenfalls. Einer ihrer Akteure ist die Versicherungsbranche. Das ergibt insofern Sinn, als dass es immer schwieriger wird, etwas in einer Welt zu versichern, die angesichts des ACD von Tag zu Tag unberechenbarer wird. Vor einigen Wochen fand diesbezüglich in Berlin eine Konferenz aus Vertretern von Banken und Versicherungen wie UBS oder AXA sowie Klimaforschern u.a. vom Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) und der Humboldt Universität Berlin statt (siehe hier). Die zentrale Frage der Konferenz war, eine Desinvestitionsstrategie zu finden, sprich Investitionen von Kohle und Öl auf saubere Innovationen und Energiesysteme ohne Kohlestoffemissionen umzuleiten. Solche Desinvestitionen sind bereits jetzt Realität: Global werden viele Milliarden hin zu sauberen Investitionen abgezweigt. Finanzriesen wie die Allianz kündigten an, ihre Investitionen in Kohle und Bergbau herunterzufahren. Die Stiftung der legendären Rockefeller Öldynastie versprach sämtliche Investitionen in Geschäfte zurückzuziehen, die auf fossilen Brennstoffen basieren.

Das könnte der Anstoß sein, den wir brauchen. Oder zumindest einer der Anstöße. Industrielle, Banker, Versicherer und Investoren erkennen, dass die Investitionen in Kohle und Öl den Planeten zerstören, und sie verlieren eine Menge Geld durch dieses handeln. Die Reden auf der Konferenz überließen nichts der Fantasie – und sie erschöpfen sich nicht in Reden. Das Anliegen ist, dass das Schließen von Finanzierungslücken für Klimaschutz den Staaten hilft, relevante Zusagen und langfristige und wirtschaftlich vernünftige Kapitalallokationen mittels Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft zu erreichen (siehe hier und hier).

Eine neue Phase des Imperialismus

Das heißt nicht, dass alles gut wäre. Ein letztes Beispiel soll dies veranschaulichen. Anstatt zu erkennen, dass wir mit einem globalen Notstand konfrontiert sind und daher kooperieren, um zu retten, was wir haben, tritt die Welt in eine neue Phase des Imperialismus. Eine Handvoll globaler Konzerne plündert neben anderen Ressourcen systematisch den Mineralreichtum Afrikas. Das ist die Botschaft des neuen Berichts „The New Colonialism: Britain’s scramble for Africa’s energy and mineral resources“ von War On Want (siehe hier). Der Bericht unterstreicht die Rolle der britischen Regierung bei der Anstiftung und Unterstützung dieses Prozesses. Nicht dass es anderswo Unterschiede gäbe. Alle großen und reichen Länder unterstützen in ihrem Drang nach Ressourcen „ihre“ Unternehmen in der Erschließung und Ausbeutung seltener Mineralien und natürlich Öl (siehe hier).

Was hat das mit dem Klimawandel zu tun? Die Entstehung von Unterentwicklung konterkariert gleichsam die Entwicklung von Nachhaltigkeit. Es ist eine Illusion zu glauben, dass die Klimaprobleme gelöst, angepasst oder gemildert werden, Gesellschaften weiter existieren, wachsen und prosperieren könnten, ohne die Machtverhältnisse zu ändern, die die Weltwirtschaft und Soziologie des globalen Systems bestimmen. „War on Want“ zeigt, in welchem Ausmaß die britischen Unternehmen Afrikas Schlüsselressourcen, insbesondere Gold, Platin, Diamanten, Kupfer, Öl, Gas und Kohle kontrollieren. Er dokumentiert, wie 101 auf den Londoner Aktienmarkt gelistete Unternehmen Bergbaubetriebe in 37 afrikanischen Ländern südlich der Sahara besitzen und gemeinsam Afrikas wertvollste Ressourcen in einem Wert über eine Billion Dollar kontrollieren. Unter dem Deckmantel „helping Africa“ sind vom Vereinigten Königreich für die ökonomische Entwicklung jedes Jahr 134 Milliarden Dollar in Form von Krediten, ausländischen Investitionen und Hilfsleistungen auf den Kontinent geflossen, während die britische Regierung den Entzug von 192 Milliarden Dollar von Afrika ermöglicht hat. Diese Summe setzt sich vor allem aus Profiten von ausländischen Unternehmen, Steuerhinterziehung und den Kosten für die Anpassungen an den Klimawandel zusammen. Erfolgreich hat die britische Politik durchgehend afrikanische Länder daran gehindert, regulatorische oder protektionistische Schranken zu errichten und unterstützte Strategien zur Förderung niedriger Unternehmenssteuern (siehe hier). Natürlich ist all dies nichts Neues. Es ist die Soziologie unseres globalen Systems. Saranel Benjamin, Direktor für Internationale Programme bei War On Want, sagte:

„Der afrikanische Kontinent ist heute dabei, mit einer neuen kolonialen Invasion konfrontiert zu werden, nicht weniger verheerend in Ausmaß und Wirkung als jene, die er im 19. Jahrhundert erdulden musste. Es ist ein Skandal, dass der Reichtum Afrikas an natürlichen Ressourcen von ausländischen, privaten Interessen beschlagnahmt werden, dessen Operationen eine Schneise der sozialen und ökologischen Verwüstung sowie Menschenrechtsverletzungen hinterlassen.“ (siehe hier)

Das Problem ist, falls wir jemals mit dem Klimawandel in einer effizienten Weise umgehen, so ist das nicht ohne die USA, China, Indien und Europa, aber auch nicht ohne Afrika möglich. Anstatt die Entwicklungsländer auszubeuten, müssen wir ihnen die Möglichkeit einer geeigneten und echten Entwicklung geben, die auch ökologisch nachhaltig ist. Doch es geht noch weiter. Schaut man, was gegenwärtig global passiert, sind es die armen Länder – solche die am wenigsten für die Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich sind – die eine führende Rolle bei der Anprangerung des Klimawandels einnehmen. Es sind die reichen Länder, die nicht voranschreiten. Doch die CO2-Emissionen werden so lange steigen, wie wir uns selbst darin täuschen, dass der Emissionshandel effiziente und maßgebliche Beiträge im Kampf gegen den Klimawandel liefert (siehe hier und hier). Und erst 40 Jahre nachdem wir den marktbasierten Unsinn gestoppt und hohe Kohlenstoffsteuern eingeführt haben, werden die CO2-Emissionen aufhören zu steigen. Es ist höchste Zeit, dass wir damit beginnen, denn irgendwann haben wir keine 40 Jahre mehr zur Verfügung.

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