Kommentar | 07.09.2016 (editiert am 11.09.2016)

Der Spiegel und der Leistungsbilanzüberschuss

Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss erreicht neue Rekorde. Dass es dazu auch kritische Stimmen gibt, wird in einer Pressemitteilung von Spiegel Online gerade einmal knapp erwähnt. Es passt nicht in die ideologische Leitlinie des Blattes.

Es ist nur eine Meldung am Rande. Klammheimlich, fast so, als ob man dazu genötigt worden sei, weist Spiegel Online darauf hin, dass Deutschland „laut der Prognosen des Ifo-Instituts 2016 China als Land mit dem höchsten Leistungsbilanzüberschuss ablösen“ wird.

Eigentlich ein Grund für weitere Jubelmeldungen und Lobpreisungen. Doch der steigende Leistungsbilanzüberschuss wird, man höre und staune, in der EU und den USA kritisch gesehen. Für diese Information aber braucht es eine Pressemitteilung von Reuters.

Leistungsbilanzüberschuss. Ein Wort, dass für Deutschlands größtes Sturmgeschütz der Wettbewerbsfähigkeit vor allem immer der Generalbeweis für die Richtigkeit der merkelschen These gewesen ist: Deutschland geht es gut.

Folgt man dieser Logik, geht es Deutschland nun so gut wie noch nie. Das Ifo-Institut geht nämlich davon aus, dass sich der deutsche Leistungsbilanzüberschuss 2016 auf 310 Milliarden Dollar summieren wird. Das wären 25 Milliarden Dollar mehr als 2015. Allein im ersten Halbjahr, so der Spiegel, übertrafen die deutschen Warenexporte die Importe um 159 Milliarden Dollar. [...]

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