Finanzsystem | 21.09.2016 (editiert am 29.09.2016)

Finanzalchemie radikal eindämmen, aber nicht durch Vollgeld – 1

Finanzspekulationen haben destabilisierende Wirkungen auf die Realwirtschaft und sind daher einzudämmen. Die Reformvorschläge der Vollgeldreformer aber laufen in die Irre. Im vorliegenden Beitrag möchte ich zwei erfolgversprechende Maßnahmen zur Begrenzung der Finanzspekulation vorschlagen: die Ersetzung des Fließhandels durch elektronische Auktionen und die Einführung einer generellen Finanztransaktionssteuer.

In einem Punkt herrscht Einigkeit unter allen anti-neoliberalen Ökonomen, von Keynesianern bis zu Anhängern einer „Gemeinwohlökonomie“ oder eines „Vollgelds“: Die sich seit den 1970er Jahren verschlechternde Wirtschaftsentwicklung wurde in hohem Maß – wenn nicht hauptsächlich –  durch die Ent-Fesselung und den jahrzehntelangen Boom der Finanzmärkte verursacht. Finanzspekulation destabilisierte die wichtigsten Preise wie Wechselkurse, Rohstoffpreise, Aktienkurse und Zinssätze und trug so zum Entstehen von Ölpreisschocks, Schuldenkrisen, Aktiencrashs und Finanzkrisen bei, mitsamt ihren fatalen Folgen in Gestalt von Rezessionen, steigender Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung, Sozialabbau, Lohnkürzungen und Prekariat.

Weniger Einigkeit herrscht in der Frage, wie die Finanzalchemie zu unterbinden sei. Radikale „Systemreformer“ sehen die Hauptursache der Finanzexzesse im herrschenden Geldsystem und wollen dieses durch Einführung von Vollgeld grundlegend erneuern. Ihre Argumentation geht in Kurzform so:

Erstens: Die privaten Geschäftsbanken können durch Kreditvergabe Geld „aus dem Nichts“ schöpfen, und zwar unbeschränkt. Der Kreditnehmer bekommt zusätzliches Geld auf sein Konto, [...]

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