Finanzsystem | 23.09.2016 (editiert am 29.09.2016)

Finanzalchemie radikal eindämmen, aber nicht durch Vollgeld – 2

In meinem letzten Beitrag habe ich gezeigt: Die Abfolge von Bullen- und Bärenmärkten und damit die manisch-depressiven Schwankungen der zwischen Real- und Finanzwirtschaft „vermittelnden“ Preise (Wechselkurse, Rohstoffpreise, Aktienkurse und Zinssätze) ergeben sich aus der Akkumulation extrem kurzfristiger „Kursschübe“ („price runs“). Hier drei weitere Vorschläge zur Bekämpfung dieser Folgen der Finanzalchemie.

Alle schweren Krisen der vergangenen 45 Jahre wurden durch massive Bewertungsänderungen von Devisen, Rohstoffen, (Staats)Anleihen und Aktien mitverursacht. So entwerteten die Dollarabwertungen 1971/73 und 1977/79 die realen Erlöse der Erdölexporteure, zumal gleichzeitig die Preise der sonstigen Rohstoffe massiv stiegen. Darauf reagierte die OPEC 1973 und 1979 mit den beiden „Ölpreisschocks“, die zwei Rezessionen nach sich zogen (Abbildung 1).


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Auch die Rezession 1991/92 in Großbritannien und Skandinavien – sie griff ein Jahr später auf die übrigen EU-Länder über – wurde durch die Instabilität von Zinssätzen und Wechselkursen mitverursacht: Die schwächelnde Wirtschaft in Großbritannien benötigte niedrigere Zinsen, das de-facto-Leitwährungsland im damaligen „Exchange Rate Mechanism“ (ERM), Deutschland, erhöhte jedoch die Zinsen. Spekulanten wie George Soros nützten diesen Widerspruch, das EMR-System stabiler Wechselkurse brach zusammen.

Die Rezession 2000/2001 wurde durch den massiven Verfall der Aktienkurse und seine Folgen ausgelöst und vertieft (seit 1982 war das Niveau der Aktienkurse auf mehr als das Zehnfache gestiegen, [...]

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