Finanzsystem | 15.09.2016 (editiert am 21.09.2016)

Niedrige Zinsen: Kein Problem für Kleinsparer und kommende Rentner

Wer niedrige Zinsen aus vermeintlich sozialpolitischen Gründen kritisiert, hat grundlegende ökonomische Zusammenhänge nicht verstanden. Hohe Zinsen machen eine Gesellschaft weder wohlhabender, noch liefern sie einen sozialen Beitrag. Wer sich um zukünfige Rentnergenerationen sorgt, sollte sich besser fragen, wie man langfristig das Volkseinkommen maximiert.

Mit der Bank of Japan und der britischen Zentralbank haben zuletzt gleich zwei wichtige Notenbanken weitere expansive Maßnahmen angekündigt. Auch ein Ende der Niedrigzinspolitik im Euroraum ist derzeit nicht absehbar. Die Warnungen vor explodierenden Inflationsraten als Folge dieser Politik sind mittlerweile verstummt, denn die Katastrophe blieb aus.

Die Kritiker der expansiven Geldpolitik widmen sich nun vermehrt den vermeintlichen Auswirkungen niedriger Zinsen für die Bezieher von Kapitalerträgen. Insbesondere der „Kleinsparer“ wird dabei gerne zum Opfer der EZB-Politik stilisiert. Finanzminister Schäuble machte kürzlich gar das Erstarken der AfD als Symptom des Ärgers über die Niedrigzinsen aus. Die Argumentation mündet dann meist in der Feststellung, dass insbesondere zukünftige Rentner leiden müssen, da die private Vorsorge weniger Erträge abwerfe. Neben Politikern stoßen auch die Repräsentanten der Bankszene immer wieder in dieses Horn.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Georg Fahrenschon warnt immer wieder lautstark vor den Gefahren der Niedrigzinspolitik. Durch die „falsche Zinspolitik“ drohe Altersarmut oder das Renteneintrittsalter müsse dramatisch steigen, [...]

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