Genial daneben | 16.09.2016

Sinn, Schumpeter und die Zinsen

Hans Werner Sinn glaubt, dass die niedrigen Zinsen die Investitionstätigkeit und die Innovation behindern. Wir glauben, dass Professor Sinn weder die neoklassische Theorie, auf die er sich üblicherweise beruft, noch die Theorie von Schumpeter verstanden hat, auf die er sich jetzt beruft.

Es gibt Thesen, die sind so sehr neben der Sache, dass wir sie mit unserer Rubrik „Genial daneben“ eigentlich nicht mehr einfangen können. Wir müssten sie „doppelt genial daneben“ nennen, oder „genial daneben hoch zwei, drei oder vier“. Für eine dieser Rubriken hat sich Hans-Werner Sinn qualifiziert, der in einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche (hier) die Entwicklungstheorie Joseph Alois Schumpeters bemüht, um die niedrigen Zinsen zu kritisieren.

Sinn schreibt, die Ökonomie gerate bei fallenden Zinsen in ein permanentes Siechtum und dieses fände erst ein Ende, wenn es in der Geldpolitik „eine echte Kulturrevolution“ gebe. Das passiere, so Sinn, weil durch niedrige Zinsen die „schöpferische Zerstörung als Basis eines neuen Aufschwungs“ verhindert würde. Es fänden sich bei dieser Politik nicht genügend junge Unternehmer und Investoren bereit, neu einzusteigen, weil die alten Zombiefirmen von dieser Geldpolitik künstlich am Leben gehalten werden.

Der berühmte Fall Spanien

Bisher dachten wir, [...]

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