Aufgelesen | 09.09.2016 (editiert am 15.09.2016)

Stiglitz für Alternative zum Euro

In seinem neuen Buch nimmt Wirtschaftsnobelpreisträger Stiglitz eine scharfe Abrechnung mit dem Euro vor. Er plädiert dafür, einzelnen Ländern eine „einvernehmlich Scheidung“ vom Euro zu ermöglichen, sowie die Währung generell zu flexibilisieren. Peter Wahl hat das Buch gelesen.

Joseph Stiglitz war schon immer ein leidenschaftlicher Befürworter der europäischen Integration. Das betont er auch immer wieder in seinem Buch. Deshalb war er anfangs auch Befürworter des Euro – trotz ökonomischer Bedenken. Denn wie vielen Ökonomen war ihm klar, dass die Eurozone kein optimaler Währungsraum ist. Das war quasi ökonomisches Standardwissen, seit ein anderer Nobelpreisträger, Robert Mundell, 1960 seine Theorie des optimalen Währungsraums  formuliert hatte.

Stiglitz glaubte aber, dass die Gemeinschaftswährung sich als Katalysator für die Vertiefung der Integration erweisen würde und so im weiteren Prozess die Rahmenbedingungen für ein optimales Funktionieren der Währung entsünden.

Allerdings erkennt er an, dass die tatsächliche Entwicklung inzwischen völlig anders verlaufen ist. Statt Vertiefung der Integration haben die zentrifugalen Tendenzen zugenommen, wobei der BREXIT, den Stiglitz in einem Nachwort kommentiert, nur die Spitze des Eisbergs ist. Statt Wohlfahrtsgewinne für alle, hat der Euro, so Stiglitz, die Spaltung innerhalb der Eurozone zwischen armem Süden und reichem Norden vertieft und wird sie weiter vertiefen. [...]

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