Soziales | 23.09.2016 (editiert am 27.09.2016)

Wohnungsmangel und Mieten: Pfusch am Bau oder verfehlte Regionalpolitik?

Wohnungsmangel und explodierende Mieten sind zentrale politische Themen. Öffentliche Bauförderung und Maßnahmen wie die Mietpreisbremse sollen die Situation verbessern. Funktionieren wird das allerdings nicht, weil die gängige Wohnungspolitik nicht Lösung, sondern Teil des Problems ist.

Bekanntlich ist Wohnungsknappheit eine regionale Erscheinung. Es gibt Ballungsgebiete mit starkem Bevölkerungswachstum, allen voran München, aber auch Stuttgart oder Berlin und weitgehend entleerte Regionen mit abnehmender Bevölkerung. Dort stehen Wohnungen und Häuser in großen Mengen leer. Angesichts dieser simplen Tatsache könnte man auf die nahe liegende Idee kommen, dass Wohnungsknappheit mit Regionalentwicklung zu tun hat. Genauer gesagt, mit einer regional divergierenden  Wirtschaftsentwicklung und einem zunehmenden regionalen Ungleichgewicht in Deutschland.

Auf die Idee kommt aber keiner. Stattdessen wird beispielsweise in der Münchner Presse  permanent über die Attraktivität dieser Stadt berichtet, die anscheinend so unwiderstehlich ist, dass jeder hierher will, koste es, was es wolle. Ursachen der  Wohnungsnot wären demzufolge das Hofbräuhaus, der Englische Garten und der Starnberger See.

Kapitalzentralisation

Nehmen wir also für einen etwas realistischeren Blick auf das Thema durchaus München als Beispiel her: Schaut man in die örtliche Statistik, fällt sofort auf, dass von 2010 bis 2014  in München 82.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze aufgebaut wurden.

Der Schreiber dieser Zeilen hat als Betriebsratsvorsitzender eines Münchner Großunternehmens jahrelang miterlebt, [...]

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