Theorie | 08.10.2016

Arbeitswert oder Marktpreis?

Eine unnütze Debatte, die den Blick auf die Bedingungen von Profit verstellt. Profite sind nicht, wie Marxisten und Neoklassiker behaupten eine Restgröße, sie sind also keine Renten. Profite sind in erster Linie von Erweiterungsinvestitionen abhängig, die wiederum nur dann getätigt werden, wenn die abhängig Beschäftigten höhere Löhne durchsetzen und damit ihren Konsum erhöhen können.

Seit dem ich mich mit politischer Ökonomie beschäftige, ist die Gretchenfrage der rechtschaffenen Marxisten die Arbeitswerttheorie. Wer sie nicht vertritt oder partiell modifiziert ist deshalb Anhänger der bürgerlichen Ökonomie. Wenn er auch noch behauptet, Arbeit sei die Quelle allen Reichtums, ist er in den Augen der herrschenden Wirtschaftstheorie trotz aller Abgrenzung von Marx dennoch Marxist. Diese Opposition ist nicht nur theoretisch falsch, sondern erlaubt Marxisten und Anhängern der neoklassischen Wirtschaftstheorie zwischen Lohn und Profit ein Null-Summen-Spiel zu sehen. Behaupten lässt sich dann weiterhin, dass Kapitalismus von Profit abhänge und deshalb Umverteilung zu Gunsten der Lohnabhängigen und Armen nur ganz begrenzt möglich ist, weil sonst das System gesprengt würde.

Die Ähnlichkeit zwischen Arbeitswerttheorie à la Marx und Preistheorie auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage

Zentral für die Marx‘sche Arbeitswerttheorie ist der Begriff der abstrakten Arbeit, der Arbeit als gesellschaftlich notwendig beschreibt. [...]

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