Kommentar | 21.10.2016

Dämmert es schon oder sehen wir verirrte Geistesblitze?

In konservativen Kreisen wird mehr und mehr ein Ende des Euro an die Wand gemalt. Der dabei auf Deutschland zukommende Schock wird systematisch klein geredet. Dass Deutschland dann gar kein Wirtschaftsmodell mehr hat, sagt man nicht. „Reinigungskrise“ wird zu einem beliebten Bild und man scheut sich nicht, richtige Argumente aufzunehmen, um möglichst überzeugend argumentieren zu können.

Man sage nicht, dass das publizistische Dauerfeuer, dem ausländische Kritiker und wir bei Makroskop die Verteidiger des deutschen Sparens und der Leistungsbilanzüberschüsse aussetzen, keine Wirkung hat. Selbst in der FAZ finde ich jetzt zum ersten Mal einen Kommentar, der sich der gesamtwirtschaftlichen Logik nicht schon von vorneherein zu entziehen versucht, auch wenn er schließlich zu absurden Schlussfolgerungen führt.

Thomas Mayer, ein harter Neoklassiker, der sich in der Vergangenheit für das Sparen um jeden Preis stark gemacht hat (hier eine Kritik dazu), schreibt dort in seinem Kommentar zur Weltwirtschaft (hier zu finden) die folgenden bemerkenswerten Zeilen:

„Früher hätten die exorbitant hohen Leistungsbilanzüberschüsse zum Anstieg des Wechselkurses der D-Mark geführt. Die damit verbundene Verbilligung von Importen hätte die Nachfrage nach Importen erhöht und Kaufkraft für nicht handelbare „Binnengüter“ freigesetzt. Die Exportindustrie hätte geringere preisliche Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation wettmachen und daher mehr investieren müssen.

[...]

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