Eurozone | 24.10.2016 (editiert am 25.10.2016)

Griechenland: „Anbrechender Frühling“ oder doch „Permafrost“? – 2

Der Optimismus der Regierung Tsipras ist nachvollziehbar. Denn werden die Wachstumsziele  nicht erreicht, verlangen die Bedingungen des „Rettungspakets“ flächendeckende Ausgabenstreichungen. Ein Wirtschaftswachstum von 3% zu erwarten, ist  jedoch eher als mutig zu bezeichnen.

In Griechenland gibt es zur Zeit wenig Grund, an ein länger andauerndes Konsumwachstum zu glauben – und zwar weder 2017 noch darüber hinaus wie Abbildung 3 zeigt:


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Die fatalen Wirkungen der „Rettungspakete“

Der Konsum nahm nach 2010 rapide ab, just zu dem Zeitpunkt als die Bedingungen des „Rettungsprogramms“ einen Kollaps der Reallöhne, sinkende Renten, zurückgehende Bankkredite und einen erheblichen Anstieg der Besteuerung mit sich brachten. Nicht anders als die Regierung schränkten die privaten Haushalte ihre Ausgaben massiv ein. Keine dieser Bedingungen wurde 2016 aufgehoben, sie wurden sogar noch verschärft.

Zwar sind die Reallöhne von Mitte 2015 bis zum ersten Quartal 2016 leicht angestiegen, fielen aber erneut im zweiten Quartal. Von den im Mai 2016 von der Tsipras-Regierung vollzogenen Einschnitten im Zuge des dritten „Rettungspakets“ waren auch die Renten drastisch betroffen. Zur selben Zeit kam es sowohl zu einer stark erhöhten Besteuerung auf Einkommen und Immobilien als auch kontinuierlichen Mehrwertsteuererhöhungen. Die Sparquote der Privathaushalte ist ins Negative gegangen und die Banken sind nicht in der Lage, [...]

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