Finanzsystem | 07.10.2016

Großbanken fusionieren? Großbanken entflechten!

Die Turbulenzen um die Deutsche Bank sollten uns daran erinnern, dass die Größe, Vernetzung und Komplexität einiger deutscher Banken zu einer massiven Einschränkung unserer demokratischen Selbstbestimmung führen. Eine staatliche Rettungsaktion muss daher zwingend mit einer Entflechtung dieser Großbanken verbunden sein.

In diesen Tagen ist viel über den Aktienkurs und die finanzielle Stabilität der Deutschen Bank zu lesen, bis hin zur Möglichkeit einer weiteren staatlichen Intervention. Makroskop hatte bereits früh auf die in der Deutschen Bank schlummernden Risiken (hier) und auf deren problematisches Managementsystem (hier) hingewiesen. Ich möchte nun die aktuelle Diskussion nutzen, um auf ein grundsätzlicheres Problem hinzuweisen. Dieses grundsätzliche Problem besteht aus der massiven Einschränkung unserer demokratischen Selbstbestimmung durch stark miteinander verflochtene und in sehr komplexe Transaktionen involvierte Großbanken (eine ausführlichere Diskussion findet sich in meinem Beitrag zu diesem Band).

Demokratische Selbstbestimmung bedeutet die Beteiligung der Bürger an der Entscheidungsfindung durch demokratische Verfahren (Input) und die Möglichkeit einer wirksamen Umsetzung dieser Entscheidungen (Output). Beide Anforderungen werden durch die Existenz von Institutionen wie der Deutschen Bank verletzt. Im Vordergrund steht dabei nicht nur ihre Größe, sondern auch ihre Vernetzung und Komplexität.

Bankgröße und Demokratie: „too big to fail“

Die Finanzmarktkrise hat gezeigt, [...]

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